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Das „C“ in CDU „steht nicht für Christenclub“

30.01.2022

Die muslimische CDU-Bundestagsabgeordnete Serap Güler. Foto: picture alliance / photothek | Florian Gaertner
Die muslimische CDU-Bundestagsabgeordnete Serap Güler. Foto: picture alliance / photothek | Florian Gaertner

Frankfurt am Main (IDEA) – In der Diskussion um die Bezeichnung „Christlich“ im Parteinamen der CDU plädiert deren muslimische Bundestagsabgeordnete Serap Güler dafür, das „C“ beizubehalten.

Es „steht nicht für Christenclub im Sinne von: Hier sind nur Christen willkommen“, sagte die türkischstämmige Politikerin in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (online veröffentlicht am 29. Januar). Die aktuelle Debatte zeige vielmehr, dass der Großteil der CDU-Mitglieder nicht einen neuen Parteinamen wolle, sondern sich nach einer Partei sehne, „die dem Namen wieder gerecht wird“. Die CDU brauche – auch was den christlichen Kern betreffe – wieder ein stärkeres inhaltliches Profil – und müsse sich besser von anderen Parteien unterscheiden.

Ausgelöst hatte die Debatte um das „C“ der Mainzer Geschichtsprofessor Andreas Rödder, der der Union angehört. Aus seiner Sicht ist das „C“ zwar ein „eingeführter Markenname“, der für viele Parteimitglieder nach wie vor „ein festes Identitätsmerkmal“ darstelle. In einer zunehmend entchristlichten Gesellschaft könne es aber eine Barriere für Nichtchristen sein und „Exklusivität signalisieren, wo die Union eigentlich auf Integration“ ziele.

Güler: Das „C“ steht auch für ein Aufstiegsversprechen

Güler sagte, sie habe das „C“ nie als eine Barriere für Nicht-Christen empfunden. „Das ‚C‘ war und ist aufgrund der universalen Botschaft, die es mit sich bringt, weltanschaulich ja nicht exklusiv, sondern inklusiv.“ Das sei einer der Gründe gewesen, warum sie sich als gläubiger Mensch für die CDU entschieden habe, so die 41-Jährige.

Für sie stehe das „C“ auch für ein Aufstiegsversprechen. Das verkörpere sie mit ihrer Person: „Ich bin Muslimin und komme aus einer Einwandererfamilie, meine Vater war Bergarbeiter.“ Die Partei müsse viel stärker das Narrativ pflegen: „Es kommt nicht darauf an, woran du glaubst, und es kommt auch nicht darauf an, wo du herkommst, sondern wohin du willst. Und wir als CDU setzen uns dafür ein, dass dir das gelingt, und machen dir dafür den Weg frei.“ Das mache eine moderne Volkspartei aus.

Güler war von 2017 bis 2021 Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

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