Ressorts
icon-logo

Frei-/Kirchen

Christus verkünden und sich nicht von „Störfeuer“ abhalten lassen

30.04.2026

Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Vertreter der VEF-Mitglieder ziehen an einem Strang. Foto: VEF
Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Vertreter der VEF-Mitglieder ziehen an einem Strang. Foto: VEF

Die Freikirchen wollen Jesus Christus verkünden und verherrlichen und sich dabei nicht von „Störfeuer“ abhalten lassen. Das sagte der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), Marc Brenner (Allmersbach im Tal), bei einem Festakt zum 100-jährigen Bestehen der VEF am 29. April in Berlin.

Die Vereinigung wurde 1926 von vier Freikirchen gegründet und vereint heute 13 Mitglieds- und zwei Gastkirchen mit 271.000 Mitgliedern. Brenner zufolge ist es das Anliegen der VEF „das Evangelium in Wort und Tat zu verkünden“.

Der VEF-Präsident Marc Brenner. Foto: VEF

EKD-Ratsvorsitzende Fehrs: Kein Keil zwischen Landes- und Freikirchen

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs (Hamburg), sagte in einem Grußwort, in Zeiten politischer Spannungen und gesellschaftlicher Verunsicherung müssten Freikirchen und Landeskirchen gemeinsam aus dem christlichen Glauben heraus für Nächstenliebe, Menschenwürde, Zusammenhalt und Demokratie eintreten.

Zugleich betonte Fehrs die gewachsene ökumenische Verbundenheit: „In allen großen Fragen können wir gemeinsam sagen, dass das, was uns verbindet, ungleich bedeutender ist als das noch verbliebene Trennende.“ So habe die VEF verhindert, dass die AfD in Sachsen-Anhalt „einen Keil zwischen Landes- und Freikirchen“ treibt.

Die AfD hatte in ihrem Programm die Streichung von Staatsleistungen an die Kirche, das Ende des Kirchensteuereinzugs durch den Staat sowie das Verbot von Kirchenasyl gefordert. Zugleich kündigte das Programm an, Freikirchen und orthodoxe Kirchen zu fördern, weil dort ein „authentischer“ Glaube praktiziert werde. Die VEF erklärte dazu: „Als Freikirchen der VEF machen wir beim Schlechtreden anderer Kirchen nicht mit.“ EKD und VEF hatten 2024 eine Erklärung unterzeichnet, die zum gegenseitigen Kanzeltausch einlädt.

Bischof Feige: Im Umgang mit Freikirchen „Schuld auf sich geladen“

Der katholische Bischof Gerhard Feige (Magdeburg) bekannte, dass die katholische Kirche im Umgang mit den Freikirchen „Schuld auf sich geladen“ habe. Sie habe erst lernen müssen, die Freikirchen „als ökumenische Partner wahrzunehmen und zu respektieren“. Die Gaben der Freikirchen seien für die Ökumene eine Bereicherung. Vielfalt sei kein Störfaktor, sondern Ausdruck versöhnter Verschiedenheit.

VEF als „ältere Halbschwester“

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), Christopher Easthill (Wiesbaden), bezeichnete die VEF als „ältere Halbschwester, die wir nicht missen wollen“. Easthill würdigte zudem, dass die VEF eine Anlaufstelle für Betroffene sexueller Gewalt geschaffen habe.

Der griechisch-orthodoxe Bischof Emmanuel von Christoupolis (Berlin), lobte die bunte Vielfalt der Freikirchen. Man dürfe über Unterschiede nicht hinwegtäuschen, müsse aber die Gemeinsamkeiten betonen.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

IDEA liefert Ihnen aktuelle Informationen und Meinungen aus der christlichen Welt. Mit einer Spende unterstützen Sie unsere Redakteure und unabhängigen Journalismus. Vielen Dank. 

Jetzt spenden.

4 Wochen IDEA Digital 8,95 Euro 1 Euro

Entdecken auch Sie das digitale Abo mit Zugang zu allen Artikeln auf idea.de