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Bischof Stäblein: Warum der Kirche Kurschus sehr fehlen wird

23.11.2023

Fordert eine lückenlose Aufklärung aller Fälle sexualisierter Gewalt: Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Christian Stäblein: Foto: picture alliance/Monika Skolimowska
Fordert eine lückenlose Aufklärung aller Fälle sexualisierter Gewalt: Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Christian Stäblein: Foto: picture alliance/Monika Skolimowska

Berlin (IDEA) – Die zurückgetretene EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus „wird uns an der Spitze der EKD sehr fehlen“. Davon ist der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Christian Stäblein, überzeugt.

Kurschus „konnte diese andere Sprache, die Menschen erreicht, und es war ihr ein Herzensanliegen, das wir weitertragen“, sagte er am 23. November vor der Synode der EKBO in Berlin. Gemeint sei eine Sprache fernab der formelhaften Kirchenausdrücke. Diese erreichen laut Stäblein schon lange niemanden mehr, wenn es um die Antworten auf die existenziellen Herausforderungen des Lebens geht. Dabei liefere das Evangelium Antworten. Diese müssten nur verständlich präsentiert werden.

Antisemitismus – die „elendste Konstante der Weltgeschichte“

Den Antisemitismus bezeichnete Stäblein als „die elendste Konstante der Weltgeschichte“ und den Angriff der Hamas am 7. Oktober auf Israel als „das größte Pogrom seit der Shoah“. Die Welt sei seitdem eine andere geworden. Der Bischof warnte zugleich davor, in „antimuslimische Reflexe“ zu verfallen. Man müsse differenzieren „zwischen den muslimischen Geschwistern und jenen, die den islamistischen Terror gutheißen oder gar bejubeln“.

Wer den Pfarrer kennt, neigt weniger zum Austritt

Angesichts der Ergebnisse der Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (KMU) sprach sich Stäblein für mehr Gespräche mit den Kirchenmitgliedern aus. Bisher habe noch jede Untersuchung gezeigt, „dass die, die ihren Pfarrer, ihre Pfarrerin schon mal persönlich getroffen haben, weniger Neigung zum Austreten haben“. Das gelte auch für die multiprofessionellen Teams.

Um verlorenes Vertrauen in die Kirche zurückzugewinnen, brauche es zudem eine lückenlose Aufklärung aller Fälle sexualisierter Gewalt. Und auch im Fall des ehemaligen Gefängnisseelsorgers Eckart Giebeler (1925–2006), der in der DDR den Inhalt von Seelsorgegesprächen mit politisch Inhaftierten an die Stasi verriet, müsse das Leid der Betroffenen anerkannt und dafür Verantwortung übernommen werden.

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