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Bischof: Programm der Regierung fehlt moralische Perspektive

01.01.2022

Der Bischof von Augsburg, Bertram Meier. Foto: Wikipedia/ Nicolas Schnall/ pba
Der Bischof von Augsburg, Bertram Meier. Foto: Wikipedia/ Nicolas Schnall/ pba

Augsburg (IDEA) – Kritik am Regierungsprogramm von SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen hat der (katholische) Bischof von Augsburg, Bertram Meier, geübt. Deren Koalitionsvertrag steht unter dem Motto „Mehr Fortschritt wagen“.

Neben Aussagen zu technischen, ökologischen, sozialen und kulturellem Fortschritt fehle ihm die moralische Perspektive auf der Agenda, sagte der Bischof in seiner Jahresschlussandacht am 31. Dezember im Hohen Dom. „Aller Fortschritt nützt nichts, wenn dabei der Mensch auf der Strecke bleibt: Nichts zum Lebensschutz – weder im Koalitionsvertrag noch in der Regierungserklärung“, kritisierte der Bischof. An die Christen appellierte er: „Tun wir alles, dass der Mensch nicht vogelfrei wird, sondern geschützt bleibt, von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod.“ Man dürfe das Lebensrecht vor allem der Schwachen, Kleinen und Kranken nicht opfern auf dem Altar der Selbstbestimmung. Es käme einem „Selbstmissverständnis“ der Kirche gleich, wenn sie sich daran beteiligen würde, so Meier.

Zum Hintergrund: Die Koalition will das Werbeverbot für Abtreibungen abschaffen. Wörtlich heißt es im Koalitionsvertrag: „Ärztinnen und Ärzte sollen öffentliche Informationen über Schwangerschaftsabbrüche bereitstellen können, ohne eine Strafverfolgung befürchten zu müssen. Daher streichen wir § 219a StGB.“

Bischof: Mehr Glauben wagen

Meier äußerte in seiner Andacht weiter, wer mehr Fortschritt wage, dürfe sich schon die Frage stellen, ob er nicht auch mehr Glauben wagen sollte. „Dabei geht es nicht nur um Rechtgläubigkeit, sondern auch und vor allem um Glaubwürdigkeit.“ Alle Christen sollten dies trotz zahlenmäßigen Schrumpfens als Chance begreifen und gemeinsam als „kreative Minderheit“ Kirche wieder mehr Strahl- und Anziehungskraft entwickeln.

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