Frei-/Kirchen
Bischöfin Fehrs ruft zu hoffnungsvollem Blick auf 2026 auf
01.01.2026

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, rief zu einem hoffnungsvollen Blick auf das neue Jahr auf. Sie äußerte sich beim Neujahrsgottesdienst in der Dresdner Frauenkirche. Fehrs predigte zur neuen Jahreslosung aus Offenbarung 21,5: „Siehe, ich mache alles neu!“
Das Buch der Offenbarung sei in einer Zeit großer Bedrohung und Verfolgung für die ersten Christen entstanden, so die Bischöfin. In dieser inneren Not habe ihnen der Blick an den Anfang Hoffnung gegeben. Sie „erinnerten sich, dass Gott die Welt geschaffen hat als einen friedlichen Ort mit liebesfähigen und klugen Menschen“.
Fehrs ermutigte dazu, inmitten der aktuellen Herausforderungen weltweit einen neuen Blickwinkel einzunehmen: „Weil es diesen guten Anfang gibt, wird es ein gutes Ende geben. Eine neue Schöpfung voll der guten Hoffnung.“
Vom guten Ende her auf die Trümmer schauen
Die Ratsvorsitzende betonte in diesem Zusammenhang auch, dass die Verheißung in der Jahreslosung nicht nur auf das Jenseits bezogen sei, sondern schon jetzt gelte. „Die Spuren des Guten sind doch längst in den Ritzen der Welt zu sehen! Und das Unmögliche wird möglich.“ Sie verwies dabei auf die im zweiten Weltkrieg massiv zerstörte Frauenkirche. Jahrzehnte habe sie ein Trümmerhaufen und ein Mahnmal gegen den Krieg gewesen, heute gelte sie als Ort der Versöhnung und Verständigung.
Entscheidend sei der Blick „vom guten Ende her auf die Trümmer und Ungerechtigkeiten und Krisen“ der Gegenwart. „Wer sagt denn, dass alles bleiben muss, wie es ist? Dass alles ist, wie es scheint? Dass nicht alles auch besser und gut werden kann?“
Die Bischöfin warb dafür, die Möglichkeiten für Mitmenschlichkeit und Barmherzigkeit zu entdecken und zu nutzen. „Stellen Sie sich mal vor, jeder würde seine guten Gaben in diese Gesellschaft einbringen!“, so Fehr.
Gleichzeitig betonte sie, dass menschliche Kräfte begrenzt und Gelassenheit nötig sei: „Ich, Gott, mache alles neu!“ – das schließe ein, dass nicht alles aus eigener Kraft bewältigt werden müsse.
Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
IDEA liefert Ihnen aktuelle Informationen und Meinungen aus der christlichen Welt. Mit einer Spende unterstützen Sie unsere Redakteure und unabhängigen Journalismus. Vielen Dank.



