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75 Jahre EKHN: Kirche darf nicht selbstbezogen sein

01.10.2022

Unter diesem Motto feierte die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau am 1. Oktober ihr 75-jähriges Bestehen. Grafik: EKHN
Unter diesem Motto feierte die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau am 1. Oktober ihr 75-jähriges Bestehen. Grafik: EKHN

Friedberg (IDEA) – Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am 1. Oktober an ihrem Gründungsort Friedberg ihr 75-jähriges Bestehen gefeiert.

Am 30. September 1947 hatten sich Delegierte aus den Regionen Hessen-Darmstadt, Nassau und Frankfurt zu einem „Kirchentag“ getroffen. Es entstand die EKHN. Erster Kirchenpräsident wurde der Theologe, NS-Widerstandskämpfer und Friedensaktivist Martin Niemöller (1892–1984).

Der Kirchenpräsident der EKHN, Volker Jung (Darmstadt), sprach sich im Festgottesdienst gegen eine Selbstbezogenheit der Kirche aus. Es sei wichtig, „immer wieder danach zu fragen, was unsere Aufgaben in dieser Welt sind und wie wir für andere und diese Welt da sein können“. Kirche müsse sich dafür einsetzen, „dass Menschen weiter auf dieser Erde leben können – friedlich und gerecht“. Als Beispiele nannte er das Eintreten für Frieden und gegen den Klimawandel. Er ging auch auf die Zukunftsperspektiven einer Kirche mit weniger Mitgliedern ein. Nötig sei ein „Miteinander von Ehrenamt und Hauptamt und von den unterschiedlichen Berufen“.

Bischöfin Hofmann: Zusammenhalten, wenn es hart auf hart kommt

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Beate Hofmann (Kassel), würdigte die Zusammenarbeit beider Kirchen. Wie in vielen Familien gelte: „Wenn es hart auf hart kommt, dann halten wir zusammen, sei es nun eine Pandemie, ein Krieg oder Gegenwind aus der Politik oder von anderen Gruppierungen. Dann gibt es eingeübte kurze Wege und gemeinsame Sprachrohre.“

Ministerpräsident Rhein: EKHN ist „unverzichtbarer Partner“

Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) schrieb in einem Grußwort, dass gerade in Krisenzeiten Menschen Halt suchten. Viele fänden ihn dabei im Glauben. Die EKHN bezeichnete er als unverzichtbaren Partner, um die Herausforderungen zu bewältigen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) stellte in einem Gruß das Gottvertrauen in der EKHN heraus, mit dem die Kirche „mitten in der Gesellschaft“ stehe und für die Menschen da sei.

Unter den rund 500 Gästen in der Friedberger Stadtkirche waren auch der Bischof des Bistums Mainz, Peter Kohlgraf, die Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden, Heike Springhart (Karlsruhe), die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst (Speyer) und die Kirchenpräsidentin der Evangelisch-Reformierten Kirche, Susanne Bei der Wieden (Emden).

Die EKHN hatte bei ihrer Gründung rund 1,7 Millionen Mitglieder. Am größten war sie 1970 mit 2,39 Millionen Mitgliedern, wie Pressesprecher Volker Rahn der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte. Heute hat die EKHN 1,4 Millionen Mitglieder in 1.087 Gemeinden in Hessen und Rheinland-Pfalz.

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