Ägypten soll minderjährigen Christen freilassen

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Der 17-Jährige Gamal Abdu Massoud (Foto) ist „Gefangener des Monats August". Der koptisch-orthodoxe Schüler wurde am 4. April vom Jugendgericht Assiut wegen „Blasphemie“ zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Ein Berufungsgericht bestätigte das Urteil am 29. Mai.Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den 17-jährigen Ägypter Gamal Abdu Massoud benannt und zu seiner Unterstützung aufgerufen. Der koptisch-orthodoxe Schüler wurde am 4. April vom Jugendgericht Assiut wegen „Blasphemie“ zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Ein Berufungsgericht bestätigte das Urteil am 29. Mai. Massoud soll im Dezember 2011 auf seiner Facebook-Seite Karikaturen veröffentlicht haben, die sich über den Islam und den Propheten Mohammed lustig machen. Der Kopte bestreitet dies entschieden. Bei Recherchen konnte die Kairoer Zeitung „Watani“ keinen Beleg dafür finden, dass Massoud überhaupt eine Facebook-Seite betreibt. Nach Bekanntwerden der Blasphemie-Vorwürfe hatten radikale Muslime das Wohnhaus der Familie in Brand gesteckt. In umliegenden Dörfern wurden mindestens fünf Häuser von Christen niedergebrannt. Die IGFM und idea rufen dazu auf, in Briefen an den neuen ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi um die Freilassung des Kopten zu bitten. Dazu biete der Brauch, Gefangene zum Fastenmonat Ramadan aus der Haft zu entlassen, eine gute Gelegenheit. Der Ramadan dauert in diesem Jahr vom 20. Juli bis 18. August. Der IGFM zufolge wäre eine Freilassung des Jugendlichen auch ein Zeichen der von Mursi angekündigten Gleichbehandlung von Christen und Muslimen, zumal eine Schuld von Massoud nicht erwiesen sei. Etwa 90 Prozent der rund 83 Millionen Einwohner Ägyptens sind Muslime. Die koptisch-orthodoxe Kirche hat rund acht Millionen Mitglieder. Daneben gibt es etwa 200.000 katholisch-koptische Christen und kleinere evangelische Kirchen.

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