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Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangene des Monats Juli“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte und die Evangelische Nachrichtenagentur idea eine christliche Grundschullehrerin in Ägypten benannt. Die koptisch-orthodoxe Demiana Ebeid Abdelnour wurde am 15. Juni von einem Gericht in Luxor wegen angeblicher „Beleidigung des Islam“ zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Jahr zuvor war bereits eine beispiellos hohe Geldstrafe von umgerechnet rund 10.000 Euro gegen sie verhängt worden. Dagegen legte nicht nur die Lehrerin Berufung ein, sondern auch der Staatsanwalt, der eine Gefängnisstrafe forderte. Drei zehnjährige Schüler hatten die Pädagogin beschuldigt, den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Eltern warfen ihr vor, den ehemaligen koptisch-orthodoxen Papst Schenuda III. (1923-2012) mit Mohammed verglichen zu haben. Ebeid Abdelnour musste sich zunächst vor drei Untersuchungsausschüssen verantworten, die sie jeweils freisprachen. Im folgenden Gerichtsverfahren wurden die Entlastungszeugen der Lehrerin nicht angehört. Sie hat nach Angaben von ägyptischen Menschenrechtlern lediglich den im Lehrplan festgelegten Inhalt vermittelt. Die IGFM und idea rufen dazu auf, beim neuen Staatspräsidenten Abdel Fatah al-Sisi gegen das Urteil zu protestieren. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation ist die Zahl der Anklagen und Prozesse wegen angeblicher Gotteslästerung in Ägypten sprunghaft gestiegen. Opfer seien häufig Angehörige religiöser Minderheiten, besonders Christen. Die meisten der 83 Millionen Ägypter sind Muslime. Die schätzungsweise bis zu zehn Millionen orthodoxen Kopten bilden die größte Kirche. Hinzu kommen etwa 300.000 Mitglieder der koptisch-evangelischen Kirche, 200.000 Katholiken, mehr als 100.000 Mitglieder von Pfingstgemeinden, Brüdergemeinden und anglikanischen Gemeinden sowie 40.000 Griechisch-Orthodoxe.

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