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Menschenrechte

Iranische Christin „Mahsa“ erhält Flüchtlingsstatus

28.03.2020

Der Christin drohte im Falle einer Abschiebung in den Iran wegen Abfalls vom Islam der Tod. Foto: pro/Norbert Schäfer
Der Christin drohte im Falle einer Abschiebung in den Iran wegen Abfalls vom Islam der Tod. Foto: pro/Norbert Schäfer

Herborn (idea) – Die iranische Christin „Mahsa“ darf in Deutschland bleiben: Das teilte die „Christliche Initiative in Herborn“ am 27. März mit. Zum Hintergrund: „Mahsa“ war lange von Abschiebung bedroht, obwohl sie als Konvertitin wegen „Abfalls vom Islam“ bei einer Abschiebung im Iran mit ihrem Tod rechnen muss. Sie war 2015 aus dem Iran nach Deutschland geflohen, weil die Religionspolizei sie als Konvertitin verhaften wollte. Doch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) lehnte ihren Antrag auf Asyl ab. Mehrere juristische Schritte hatten erst einmal keinen Erfolg. In einer am 7. August beendeten Online-Petition hatten sich 7.841 Unterzeichner für „Mahsa“ eingesetzt. „Mahsa“ ist ein Deckname, um die Frau nicht zu gefährden.

„Wir staunen, wie der Herr alles geführt hat“

Nun sei „Mahsa“ als Flüchtling anerkannt und habe Bleiberecht in Deutschland, wie Iris und Armin Unterberg von der Initiative in einer E-Mail schrieben. Am 12. März habe sie einen erneuten Termin beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Gießen gehabt, bei dem sie noch einmal befragt wurde. Wie Iris Unterberg gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea ergänzte, hat die Petition eine Abschiebeaufschub bewirkt. „Mahsa“ habe dann einen Asylfolgeantrag gestellt, der im Dezember 2019 beim BAMF in Gießen eingereicht worden sei. Die Unterbergs danken allen, die „Mahsa“ durch Gebete, Unterschriften und bei Einsätzen in Herborn unterstützt haben: „Wir sind so froh, dass sich der Einsatz gelohnt hat. Auch unserem Herrn wollen wir danken. Wir staunen, wie der Herr alles geführt hat. ,Mahsa‘ ist so glücklich, dass sie nun keine Angst mehr zu haben braucht.“

Anwalt Hantschel hatte sich stark engagiert

Der Arzt Georg Müller (Solms bei Wetzlar), der sich ebenfalls stark für „Mahsa“ engagiert hatte, dankte vor allem dem Juristen Andreas Hantschel (Frankfurt am Main), Er habe die entscheidenden und richtigen Schritte eingeleitet. Hantschel ist auch als Kirchenasylbeauftragter für die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) tätig und aktiv in der Gruppierung „Christ und Jurist“. Wie Müller weiter ausführte, kann die Identität von „Mahsa“ auch weiterhin nicht gelüftet werden, vor allem um ihre Verwandten im Iran zu schützen.

Politiker: „Wir wollen Gott danken“

Der Wetzlarer Landtagsabgeordnete Frank Steinraths (CDU) begrüßte gegenüber idea die Entscheidung: „Ich freue mich, das ,Mahsa‘ nun als Flüchtling anerkannt ist und damit Bleiberecht hat.“ Viele Bürger hätten im Gebet, mit Unterschriften und persönlichem Einsatz dazu beigetragen, dass der „Vorgang“ noch einmal überprüft worden sei: „Wir wollen Gott danken, und ich wünsche ,Masha‘, dass sie jetzt ohne Angst hier leben kann, ihren christlichen Glauben ausüben und aktiv am Leben teilnehmen wird.“

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