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Menschenrechte

Christen leiden unter extremistischen Strömungen im Islam

27.11.2018

Der Ökumene-Referent der württembergischen Landeskirche, Kirchenrat Klaus Rieth. Foto: Privat
Der Ökumene-Referent der württembergischen Landeskirche, Kirchenrat Klaus Rieth. Foto: Privat

Stuttgart (idea) – Das Erstarken von extremistischen Strömungen im Islam hat für Christen in vielen Ländern tödliche Folgen. Das berichtete der Ökumene-Referent der württembergischen Landeskirche, Kirchenrat Klaus Rieth (Stuttgart), am 27. November vor der in Stuttgart tagenden Landessynode. Als Beispiele nannte er die afrikanischen Staaten Nigeria, Mosambik, Tansania und Burkina Faso sowie Indonesien und Malaysia in Asien. Auch im kommunistischen China, im hinduistisch geprägten Indien und in Myanmar mit einer buddhistischen Mehrheit bekämen Christen zunehmend Probleme. Vielfach förderten Regierungen Übergriffe auf religiöse Minderheiten. Wenig bekannt sei etwa, dass die Armee von Myanmar eine Offensive gegen die überwiegend christlichen Kachin im Norden des Landes begonnen habe. Dabei seien bereits Tausende Menschen vertrieben worden. In der Volksrepublik China bemühten sich die Machthaber um verstärkte Kontrolle religiöser Bewegungen. Große Sorge bereite die geplante Einführung eines Sozialkredit-Systems, das das Verhalten jedes Bürgers bis zum Jahr 2020 bewerten solle. „Was geschieht, wenn Bürger ein gesellschaftlich unerwünschtes Verhalten an den Tag legen, wie etwa das Ausüben einer Religion – zum Beispiel des Christentums?“, fragte Rieth.

Damit Christen in ihrer Heimat bleiben können

Dem Missionsexperten zufolge unterstützt die württembergische Landeskirche zahlreiche Projekte, um bedrängten Christen den Verbleib in ihrer Heimat erträglich zu machen. Das gelte insbesondere für den Nahen Osten. In Syrien und im Irak säßen viele Kirchenmitglieder auf gepackten Koffern. So sei die Zahl der irakischen Christen von mehr als 1,5 Millionen auf etwa 250.000 zurückgegangen. Verbliebene Kirchenführer bäten, „dafür zu sorgen, dass ihre Leute in den seit Tausenden Jahren angestammten Gebieten bleiben können“, so Rieth. Deshalb engagiere sich die Landeskirche für den Wiederaufbau von Häusern und Kirchen und finanziere unter anderem eine mobile Klinik, eine Apotheke und Existenzgründungsprojekte sowie die psychologische Betreuung von Gewaltopfern. Ähnliches tue sie im Norden Nigerias, wo Christen durch islamische Scharia-Gesetze zu Bürgern zweiter Klasse gemacht würden. Hier fördere man die Hilfsorganisation „Symbols of Hope“ (Symbole der Hoffnung). Deren Ziel sei es, junge Leute, die nach Europa auswandern wollen, über die wirkliche Situation in Deutschland zu informieren, damit sie nicht auf die Versprechungen von Schlepperbanden hereinfallen.

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