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Prantl: Kirchen haben Autorität verloren

03.05.2020

Der Journalist und Jurist Heribert Prantl. Foto: picture-alliance/pacific press agency
Der Journalist und Jurist Heribert Prantl. Foto: picture-alliance/pacific press agency

München (idea) – Die Kirchen nehmen die Einschränkungen der Religionsfreiheit wegen der Corona-Pandemie zu bereitwillig hin. Diese Ansicht vertritt der Journalist und Jurist Heribert Prantl in der „Süddeutschen Zeitung“ (München, Ausgabe vom 2. Mai). So hätten die Kirchen „schicksalsergeben“ darauf reagiert, dass der Staat Versammlungen zum Gebet verboten habe, während Geschäfte schon wieder geöffnet werden durften, schreibt Prantl in einem Kommentar. Das sei als Akt der Nächstenliebe bezeichnet worden, aber die Kirchen hätten dadurch Autorität verloren. Das setze sich bei der Wiederaufnahme von Gottesdiensten fort. Die Schutzkonzepte der Kirchen zeigten eine „Mischung von Furcht, Liebedienerei und Beflissenheit“. Beispiele seien Auflagen für die Gottesdienstbesucher wie die Verpflichtung, sich in Listen einzutragen und auf markierte Plätze zu setzen sowie das Verbot zu singen. Es sei fraglich, ob die Verantwortung „so viel Reglementierung“ gebiete.

Angehörige von Risikogruppen können selber entscheiden

Darüber hinaus kritisiert Prantl die Empfehlung der Kirchen, dass Angehörige von „Risikogruppen“ nicht an den Gottesdiensten teilnehmen sollten. Das klinge fürsorglich, aber es stelle sich die Frage, ob die Betroffenen über ihren Schutz nicht selber entscheiden könnten. „Reicht es nicht, wenn sie tun, was sie längst tun: Hände waschen und Abstand halten?“ In dieser Frage dürfe man „ruhig auf die kluge Freiheit der Christenmenschen und auf ihren Verstand setzen“, so der Journalist. Prantl war von 2011 bis 2019 Mitglied der Chefredaktion bei der Süddeutschen Zeitung.

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