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Frei-/Kirchen

Kirchenmusiker fürchten um ihre Existenz

10.06.2020

Die Corona-Krise stürzt Kirchenmusiker in Existenznot. Foto: pixabay.com
Die Corona-Krise stürzt Kirchenmusiker in Existenznot. Foto: pixabay.com

Schopfheim (idea) – Die Corona-Pandemie wird die kirchenmusikalische Landschaft längerfristig in Schwierigkeiten stürzen. Das befürchtet der Präsident des Verbandes der Evangelischen Kirchenmusiker und Kirchenmusikerinnen, Christoph Bogon (Schopfheim bei Lörrach). „Viele freiberufliche Musikerinnen und Musiker geraten gerade in Existenznot“, sagte der Kirchenmusikdirektor gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Wer wird am Ende der Corona-Krise noch da sein? Wer hat durchgehalten und die fehlenden Aufträge überbrücken können? Wenn viele sich beruflich anderweitig orientieren müssen, würde das für uns alle in der Kirchenmusik einen gravierenden Einschnitt bedeuten, weil wir an vielen Stellen auf die freiberuflichen Musiker angewiesen sind.“ Sollte es im kommenden Frühling wieder möglich sein, beispielsweise eine Matthäus-Passion in Kirchen zu singen, könnte die Suche nach Solisten und Instrumentalisten schwierig sein.

Jede Landeskirche hat unterschiedliche Vorgaben

Laut Bogon herrscht unter allen Kirchenmusikern derzeit große Anspannung. Man könne zwar wieder an Gottesdiensten mitwirken, aber viele andere Bereiche, die zur Arbeit eines Kirchenmusikers gehörten, seien stark beschnitten oder gar nicht möglich: „Wir schwimmen in allen Belangen und können in vielen Dingen zurzeit nur beobachten. Oft ist unklar, was erlaubt ist und was nicht. Jede Landeskirche hat unterschiedliche Vorgaben, die sich manchmal auch noch von den Landesvorgaben unterscheiden. In einigen Kirchen ist beispielsweise Orgelunterricht erlaubt, in anderen nach wie vor nicht.“ Traurig mache ihn vor allem die Situation der Chöre. Die Vermutung, dass das Coronavirus auch beim Singen übertragen werden könne, mache diese Arbeit derzeit unmöglich, sagte Bogon, der als Bezirkskantor verschiedene Chöre leitet. Hinzu komme, dass viele Sänger einer Risikogruppe angehören: „In geschlossenen Räumen können wir derzeit auf keinen Fall mit den üblichen Chorstärken proben.“

Chorproben im Freien geplant

Auch der digitale Weg, der in vielen anderen Bereichen gut funktioniere, sei hier wegen der zeitlichen Verzögerung bei der Datenübertragung eher schwierig. Er wolle nun bei den wärmeren Temperaturen zumindest ein paar leichtere Stücke mit seinen Chormitgliedern im Freien singen. Derzeit arbeite er an den Konzepten. Der Verband evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Deutschland ist der Zusammenschluss der in den Landeskirchen bestehenden selbstständigen Landesverbände zur beruflichen Interessenvertretung in der Kirchenmusik. Er vertritt die etwa 1.900 hauptberuflichen und rund 200.000 nebenberuflichen Kirchenmusikerinnen und -musiker gegenüber der Evangelischen Kirche in Deutschland und den Landeskirchen sowie gegenüber der Öffentlichkeit.

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