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EKD und Muslimrat rufen gemeinsam gegen Rassismus auf

12.06.2020

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Foto: ELKB/Rost
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Foto: ELKB/Rost

Hannover/Köln (idea) – Zu einer Ablehnung von religionsfeindlichen und rassistischen Taten haben Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrats der Muslime (KRM) aufgerufen. Das jährliche Spitzengespräch fand aufgrund der Corona-Pandemie dieses Mal per Videokonferenz statt, wie die EKD mitteilte. „Populismus, Extremismus und allen Verschwörungsideen ist entschieden entgegenzutreten, aber auch in den Religionen selbst muss jeglicher Herabsetzung anderer Einhalt geboten werden“, so der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München). Häufig seien religionsfeindliche und rassistische Motive der Täter nicht voneinander zu trennen. Wie es in der Mitteilung weiter heißt, begrüßten die Religionsvertreter die jüngsten Proteste gegen Rassismus „als Teil einer größeren Antirassismus-Debatte“, die dringend notwendig sei.

KRM-Sprecher: Virus unterscheidet nicht zwischen Christen und Muslimen

Einen weiteren Schwerpunkt des Gesprächs bildete der praktische Umgang sowie die theologisch-spirituelle Dimension der aktuellen Corona-Krise. Die gegenwärtigen Belastungen wurden dabei als Bewährungsprobe für den Glauben gewertet. Das Virus unterscheide nicht zwischen Christen und Muslimen, sagte KRM-Sprecher Burhan Kesici (Köln). Einig waren sich beide Seiten zudem, dass es Aufgabe der Religionen sei, die Menschen in ihren jeweiligen Notlagen zu unterstützen und zu begleiten. Gleichzeitig hätten sie die Aufgabe, durch religionsübergreifende Kooperation zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beizutragen. „Gottes Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit“ umfasse alle Menschen. Daraus folge auch der Einsatz für Bedürftige und Schwache. Zum Koordinationsrat der Muslime gehören seit 2019 neben der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB), dem Islamrat, dem Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) und dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) auch die Union der Islamisch-Albanischen Zentren (UIAZD) und der Zentralrat der Marokkaner (ZRMD).

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