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Kommentar
17. April 2017

Wenn Idole enttäuschen

Über den Umgang mit Vorbildern in der Politik und Kirche. Ein Kommentar von Gerhard Besier. Er ist habilitierter evangelischer Theologe, promovierter Historiker und Diplom-Psychologe. Er lehrt an verschiedenen europäischen Universitäten und an der Stanford-Universität in Kalifornien.

Menschen haben oftmals das Verlangen, in anderen Menschen etwas Besonderes zu sehen. Sie sehnen sich nach Vorbildern und wollen diese in den Mittelpunkt ihres Denkens, Fühlens und Handelns stellen. In der deutschen Politik haben wir das kürzlich mit dem sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten Martin Schulz erlebt. Sicher nicht ganz ohne dessen Zutun, sahen über viele Jahre enttäuschte Sozialdemokraten in ihm den neuen Heilsbringer, den sie mit „Martin, Martin“-Rufen bei ihren Parteiveranstaltungen begeistert begrüßten. Nur Willy Brandt (1913–1992) vermochte in dem Milieu zeitweise einen ähnlichen Jubel auszulösen.

Auch die Evangelische Kirche kennt Bewunderung für...

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