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Kommentar
15. Februar 2017

Symbolhandlungen ohne Realitätsbezug

Über Symbolpolitik und ihre Wirkung - Ein Kommentar von Gerhard Besier. Er ist habilitierter evangelischer Theologe, promovierter Historiker und Diplom-Psychologe. Er lehrt an verschiedenen europäischen Universitäten und an der Stanford-Universität in Kalifornien.

Ein deutsch-syrischer Künstler sah ein Foto von drei hochgestellten Bussen in einer Straße von Aleppo. Er holte drei alte Busse, stellte sie so auf, wie er es auf dem Bild gesehen hatte und erklärte das „Monument“ zum Kunstwerk. Es sollte vor der Dresdner Frauenkirche – just vor dem 13. Februar – dem Tag der Zerstörung Dresdens vor 72 Jahren – als Friedens- und Mahnzeichen dienen. Diese Symbolik scheint vielen Dresdnern nicht vermittelbar. Für sie sind die Busse nur Schrott – und das im „Wohnzimmer“ der Stadt. Sie protestieren, weil sie nicht heucheln, etwas zu verstehen, was ihnen unverständlich ist und werden dafür in die rechte Ecke gestellt.

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