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Kommentar
11. Februar 2018

Stimmen aus der deutschen Delegation

Zum 66. Nationalen Gebetsfrühstück in Washington – Stimmen der deutschen Teilnehmer

„Ich habe einen sehr nachdenklichen, ja vielleicht sogar demütigen Präsidenten erlebt. Ich hatte das Gefühl, dass er von der Macht des Gebetes und des Glaubens sehr beeindruckt war. 140 Nationen der Erde versammelten sich zum 66. Gebetsfrühstück, und einer stand im Mittelpunkt: nicht Donald Trump, sondern Jesus von Nazareth.“

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Bernd Rützel (SPD) ist als Abgeordneter Moderator des Gebetsfrühstücks im Deutschen Bundestag.

 

„Die herzliche Atmosphäre des Gebetsfrühstücks und der vielen persönlichen Begegnungen hat mich tief beeindruckt. Ich freue mich, viele Gespräche mit amerikanischen und ausländischen Teilnehmern geführt und Kontakte geknüpft zu haben. Die Glaubenszeugnisse und die Gebete um göttlichen Beistand haben mir Mut für meine politische Arbeit gemacht.“

Volker Münz (AfD) ist kirchenpolitischer Sprecher seiner Fraktion und nahm als erster AfD-Abgeordneter am Gebetsfrühstück in Washington teil.

 

„Ich war auf eine schlechte Rede gefasst. Dass die Rede allerdings so schwach war, hat mich dann doch überrascht. Die Rede bestand im Wesentlichen aus einer Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen. Sehr irritierend fand ich, dass er nur die Amerikaner adressiert hat. War dem Präsidenten nicht bewusst, dass im Saal Menschen aus 140 Nationen saßen mit dem Ziel der Völkerverständigung?“

Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis 90/Die Grünen), die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie ist seit 2017 Bundestagsabgeordnete.

 

„  ‚Gebet ist die Sprache der Liebe‘ war wohl der rote Faden, der sich durch dieses Gebetsfrühstück zog. Beeindruckend, wie sich neben den offensichtlichen Gräben in der US-Politik Abgeordnete, Senatoren Staatsdiener jeder Ebene auf diesen gemeinsamen Nenner treffen können – und dies dann als Freunde tun. Gebet und die Person Jesus schaffen es, dass alle Formalitäten fallen, Ränge, Religion, Nationalität und Parteizugehörigkeit keine Rolle mehr spielen.“

Frank Heinrich (CDU) ist seit 2009 Bundestagsabgeordneter. Zuvor leitete er zusammen mit seiner Frau das Heilsarmeekorps in Chemnitz.

 

„Die Reise hat sich gelohnt, weil ich viele Kontakte zu Abgeordneten aus Parlamenten anderer Länder geknüpft und gute Gespräche geführt habe. Warum das alles aber nur begleitet von Gebeten und der Berufung auf Gott möglich sein soll, erschließt sich mir nicht. Den starken Bezug in der Trump-Rede auf Gott und Gebete habe ich als irritierend empfunden, zumal ich dem Präsidenten sein Bekenntnis nicht einmal abgenommen habe.“

Katja Suding ist FDP-Bundestagsabgeordnete sowie Landesvorsitz der FDP Hamburg.

 

„Die für Trumps Verhältnisse demütige und versöhnliche Rede passte zur tollen Atmosphäre in Washington. 140 Länder waren mit hochkarätigen Delegationen aus Politik und Wirtschaft vertreten, um zu beten und miteinander zu sprechen. Das sind die kleinen Bausteine, die unsere Welt hoffentlich gerechter und friedlicher machen.“

Andreas Schwarz ist seit 2013 Bundestagsabgeordneter der SPD.

 

„Ich glaube, dass das Gebetsfrühstück hier in Washington immer eine Bereicherung ist. Man findet Freunde, die einen das ganze Leben lang begleiten werden. Im Mittelpunkt steht Jesus Christus und das über alle Religionen hinweg. Er ist es, der die Menschen verbindet und zu Freunden werden lässt. Aus meiner Sicht sollten wir in Deutschland auch mehr Jesus Christus in den Mittelpunkt unseres Tuns stellen, dann würden viele Dinge einfacher von der Hand gehen und es würde mehr Verständnis und Toleranz für einander entstehen.“

Albert Weiler ist CDU-Bundestagsabgeordneter und ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Milda.

 

„Rund um das Gebetsfrühstück waren das wieder zwei ganz dichte und wertvolle Tage, um Brücken in einer zerrissenen Welt zu bauen. Menschengemachte Probleme und Kriege bleiben Hauptproblem für den Hunger, wie David Beasley als Chef des Welternährungsprogramms der UN bei mehreren Gelegenheiten unterstrich. Entsprechend wichtig ist es, für Frieden zu beten, aber auch alles zu tun, um Menschen zusammenzubringen und die Probleme der Welt zu lösen. Eine große Aufgabe, die auch Demut braucht. Das ist nicht die Stärke von Präsident Trump, der in seiner sonst eher emotionslos vom Teleprompter abgelesenen Rede ausrief: ‚Wir tun das mehr als jeder andere zuvor!‘.“

Volkmar Klein (CDU) ist direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Siegen-Wittgenstein.

 

„Ungewöhnlich für Donald Trump ging es kein einziges Mal um ihn selbst oder die Erfolge seiner Politik, mit Ausnahme des Hinweises darauf, dass die Gebiete von ISIS befreit wurden, ein Versprechen, das Trump vor einem Jahr gegeben hatte. Es ging um Gott, um das Vertrauen auf Gott und um konkrete vorbildliche Menschen, darunter ein neunjähriges Mädchen in der ersten Reihe, das tapfer gegen seine Krankheit ankämpfte und zugleich anderen Kindern half. Der rote Faden war, dass wir überall um uns her die Hand Gottes und seine Gnade sehen, vor allem in dem Guten was andere Menschen uns tun, Feuerwehrleute und Polizisten ebenso wie Väter und Mütter, Sozialarbeiter. Bisher dürfte keine Rede des Präsidenten so im Gegensatz zu allem gestanden haben, was er bisher gesagt und getwittert hat. Ein Mann, für den „America first“ allzuoft bedeutet „Me first“, gab in immer neuen Wendungen Gott die Ehre, und es wirkte nicht einfach wie ein Zugeständnis an seine frommen Unterstützer. Vielleicht haben ja die Bibelarbeiten von Ralph Drollinger im Weißen Haus doch eine Wirkung auch auf den Präsidenten, der, wie mir Drollinger anvertraute, auf jede Biblearbeit mit einem kurzen Memo reagiert.“

Thomas Schirrmacher ist stellvertretender Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz.

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