Mittwoch • 29. März
Kommentar
13. März 2017

Das ist ein Meilenstein

Zum ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim ein Kommentar vom Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, Karl-Hinrich Manzke.

Der Buß- und Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim ist für das Zusammenwirken der Kirchen in Deutschland ein Meilenstein. Gegenseitige Verzeichnungen sowie die Sünden der Vergangenheit wurden schonungslos benannt. Und Vertreter beider Kirchen haben im gottesdienstlichen Geschehen um Vergebung gebeten; Vergebung für Not und Leid, die die Trennung über Jahrhunderte bewirkt haben. Nach dem Gottesdienst im schwedischen Lund zum Reformationstag 2016 mit Papst Franziskus und dem Lutherischen Weltbund war dieser Gottesdienst ein weiteres wichtiges Ereignis auf dem Weg zu einer versöhnten und sichtbaren Gemeinschaft der Kirchen in ihrer jeweiligen Prägung. Versöhnung ist möglich, Trennendes kann überwunden werden. Gerade die Selbstverpflichtungen, die von den Spitzenvertretern der beiden großen Kirchen ausgesprochen wurden, deuten auf die großen Aufgaben für die Zukunft. Der Ratsvorsitzende der EKD und der Vorsitzende der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz haben die Verpflichtung der Kirchen ausgesprochen, „wo immer es möglich ist, gemeinsam zu handeln und einander aktiv zu unterstützen“. Und man will, so heißt es weiter, die „Zusammenarbeit auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens … fördern und fordern“.

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Ein wichtiges Signal

Gewiss! Auf gemeindlicher Ebene haben engagierte Christenmenschen über Konfessionsgrenzen hinweg längst vertrauensvoll miteinander gearbeitet – und nicht auf Äußerungen von Kirchenleitungen gewartet. Dennoch ist der gemeinsame Buß- und Versöhnungsgottesdienst, der in vielen Regionen Deutschlands und weltweit in diesem Jahr in ähnlicher Form gefeiert wird, ein wichtiges Signal.

An diesen Verpflichtungen wird man gemessen

Ich bin sehr dankbar dafür, zu Beginn des Jubiläumsjahres 2017 dieses Ereignis miterlebt zu haben. Alle Verantwortlichen werden sich an diesen Verpflichtungen messen lassen müssen! Und schon insofern bleibt nicht alles so, wie es war. Gilt doch das Gebot Jesu, dass seine Jünger alle eins werden, um der Botschaft von der unbedingten Liebe Gottes, die allem Land gilt, nicht im Wege zu stehen.

(Der Autor, Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), ist Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe. Seit April 2014 ist er außerdem Catholica-Beauftragten der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands.)

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