Samstag • 3. Dezember
Bundestag
03. Dezember 2016

Volker Beck hat schlechte Aussichten auf Wiedereinzug

Der religions- und migrationspolitische Sprecher der Partei Bündnis 90/ Die Grünen, Volker Beck. Foto: Fabian Stürtz
Der religions- und migrationspolitische Sprecher der Partei Bündnis 90/ Die Grünen, Volker Beck. Foto: Fabian Stürtz

Oberhausen (idea) – Der religions- und migrationspolitische Sprecher der Partei Bündnis 90/ Die Grünen, Volker Beck, wird im nächsten Jahr wahrscheinlich nicht wieder in den Bundestag einziehen. Bei einem Parteitag der nordrhein-westfälischen Grünen am 2. Dezember in Oberhausen um Platz 12 auf der Kandidatenliste unterlag der 55-Jährige mit 66 zu 188 Stimmen gegen den agrarpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff. Bei der Bundestagswahl 2013 waren die ersten 13 Kandidaten der Landesliste ins Parlament eingezogen. Beck, der zum linken Flügel der Grünen gehört, sitzt seit 1994 im Bundestag. Zuletzt hatte er im vergangenen Jahr für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Damals fand die Berliner Polizei Drogen bei ihm. Das Verfahren wurde gegen eine Zahlung von 7.000 Euro eingestellt. Beck hatte sich mit den Worten entschuldigt: „Mein Verhalten war falsch, und es war dumm. Das tut mir leid.“

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Für ein neues Familienmodell

Bereits 2013 war Beck wegen eines Aufsatzes aus dem Jahr 1988 in die Kritik geraten. In dem Sammelband „Der pädosexuelle Komplex“ hatte er „für eine realistische Neuorientierung der Sexualpolitik“ plädiert und von einem „Kampf für die zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität“ – also des Geschlechtsverkehrs mit Kindern – gesprochen. Beck sagte später, der Herausgeber habe seinen Beitrag vor Veröffentlichung gegen seinen Willen verändert. Der mit der Aufarbeitung der Geschichte der Grünen beauftragte Politologe Stephan Klecha fand jedoch das Original-Manuskript und stellte fest, dass es sich im Kern nicht von der veröffentlichten Version unterscheidet. Im September forderte Beck gemeinsam mit Parteikollegin Katja Dörner in einem Thesenpapier ein neues Familienmodell. Demzufolge sollen Kinder bis zu vier Elternteile haben dürfen. In dem Dokument heißt es, dass ein Staat, der allein die „in Ehe gegossene Familienform“ rechtlich berücksichtige, der pluralen Gesellschaft nicht gerecht werde: „Familie ist da, wo Kinder sind.“

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