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Bundestag
25. September 2017

Zahlreiche bekennende Protestanten im Parlament

Der evangelische Pfarrer Pascal Kober. Foto: FDP
Der evangelische Pfarrer Pascal Kober. Foto: FDP

Berlin (idea) – Bei der Bundestagswahl haben eine Reihe bekennender Protestanten erstmals oder erneut den Sprung in das Parlament geschafft. Einer der prominentesten ist Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er steht dem Pietismus nahe. Kauder erzielte bei den Erststimmen im Wahlkreis Rottweil/Tuttlingen 43 Prozent (-14,8). Der 68-Jährige zieht zum achten Mal in den Bundestag ein. Auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) ist erneut vertreten. Er erhielt im Wahlkreis Neuss I 44 Prozent der Erststimmen (-7,6). Der 56-Jährige war von 2003 bis 2009 EKD-Ratsmitglied. 38,3 Prozent holte Steffen Bilger (CDU) im Wahlkreis Ludwigsburg (-12,1). Der 38-Jährige, der seine geistlichen Wurzeln im Jugendverband „Entschieden für Christus“ (EC) hat, gehört dem Bundestag seit 2009 an.

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Einige Abgeordnete stehen der evangelikalen Bewegung nahe

Auch der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU, der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel, bleibt im Bundestag. Im Wahlkreis Düren erzielte er 41,9 Prozent (-8,4). Erneut im Parlament vertreten ist auch der ehemalige Landesvorsitzende des EAK in Nordrhein-Westfalen, Volkmar Klein. Er gewann seinen Wahlkreis Siegen-Wittgenstein mit 40,1 Prozent der Stimmen (-5,7). Der frühere Heilsarmee-Offizier Frank Heinrich zieht nach 2009 und 2013 zum dritten Mal in den Bundestag ein. Er holte im Wahlkreis Chemnitz für die CDU 26,6 Prozent (-15,1). Er gehört zum Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz. Johannes Selle erzielte in seinem Wahlkreis Kyffhäuserkreis - Sömmerda - Weimarer Land I 29,2 Prozent (-14,1). Zum zweiten Mal im Parlament vertreten ist die Vorsitzende des EAK in Bremen, Elisabeth Motschmann. Die 64-Jährige ist mit Pastor Jens Motschmann verheiratet und vertritt theologisch konservative Positionen. Im niedersächsischen Wahlkreis Osnabrück-Land zog der pfingstkirchliche Christ Waldemar Herdt (Bohmte) über die Landesliste für die AfD in den Bundestag ein. Seine Partei holte dort 7,3 Prozent der Zweitstimmen. Der 54-jährige Bauunternehmer stammt aus Kasachstan und lebt seit 1993 in Deutschland. Er gehört zu einer pfingstkirchlichen Gemeinde in Osnabrück. Bilger, Klein, Heinrich, Selle, Motschmann und Herdt sind den Evangelikalen verbunden.

Langjähriger sächsischer CDU-Landtagsabgeordneter künftig im Bundestag

Erstmals in den Bundestag zieht der langjährige sächsische Landtagsabgeordnete und engagierte evangelische Christ Alexander Krauß ein. In seinem Wahlkreis Erzgebirgskreis I holte er für die CDU mit 34,7 Prozent das Direktmandat. Der stellvertretende EAK-Vorsitzende in Nordrhein-Westfalen, Karsten Möring, errang in seinem Wahlkreis Köln I mit 31,6 Prozent knapp das Direktmandat. Ein Mitglied des Rates der EKD, Kerstin Griese, wird für die SPD dem Parlament ebenfalls wieder angehören. Sie konnte ihren Wahlkreis Mettmann II mit 30,2 Prozent (-6,9) der Erststimmen zwar nicht gewinnen, kommt aber über die Landesliste der SPD in Nordrhein-Westfalen in den Bundestag. Die 50-Jährige ist Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften.

SPD-Mandat für Diakonie-Frau

Erneut wird für die SPD auch die frühere stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes Württemberg, Heike Baehrens, im Bundestag sitzen. Sie erreichte in ihrem Wahlkreis Göppingen 22 Prozent (-2,2). Im selben Wahlkreis bekam der konservative Protestant Volker Münz für die AfD 14,5 Prozent. Er wird über die Landesliste im Parlament vertreten sein. Nachdem es 2013 nicht gereicht hatte, wird der evangelische Pfarrer Pascal Kober in den nächsten vier Jahren wieder für die FDP dem Parlament angehören. Er bekam 10,9 Prozent. Die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt, erreichte im thüringischen Wahlkreis Erfurt/Weimar/Weimarer Land II 7,1 Prozent der Erststimmen (+4,1). Ein weiterer Protestant kehrt in den Bundestag zurück: Der FDP-Politiker und ehemalige EKD-Synodale Otto Fricke (Krefeld) zieht über die nordrhein-westfälische Landesliste seiner Partei wieder in das Parlament ein. Er gehörte dem Bundestag bereits von 2002 bis 2013 an und war zuletzt seit 2009 Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion. Aus Bayern schafften es der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (47 Prozent), Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (39,9 Prozent) und Silke Launert (46,5 Prozent) für die CSU und Thomas Hacker (6,6 Prozent) für die FDP in den Bundestag; Hacker zieht über die Landesliste ein.

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