Montag • 22. Mai
Vorsitzender Christliche Polizeivereinigung
12. Mai 2017

Was mir Sorgen macht

Immer mehr Polizisten sehen sich gewaltbereiten Bürgern gegenüber. Foto: picture-alliance/Geisler-Fotopress
Immer mehr Polizisten sehen sich gewaltbereiten Bürgern gegenüber. Foto: picture-alliance/Geisler-Fotopress

Rehe/Hamburg (idea) – Der Vorsitzende der Christlichen Polizeivereinigung (CPV), Kriminalhauptkommissar Holger Clas (Hamburg), hat sich besorgt über die steigende Arbeitsbelastung bei Polizisten in Deutschland geäußert. Gewaltdelikte hätten ebenso deutlich zugenommen wie die islamistische Terrorgefahr. Dazu kämen die Probleme durch die „unkontrollierte Zuwanderung“ und die vielen Großeinsätze – etwa den kommenden G20-Gipfel am 7. und 8. Juli in Hamburg. Dadurch seien viele Polizisten sehr stark gefordert, sagte Clas auf dem Bundestreffen der Vereinigung mit 120 Teilnehmern in Rehe (Westerwald). Hinzu komme die hohe Kriminalität bei Einbruch-, Auto- und Taschendiebstahl. Dort könnten zwischen 80 und 95 Prozent der Täter nie ermittelt werden. Komme es zu Verfahren, stelle sie die überlastete Justiz oftmals ein. Diese Situation frustriere manche Polizisten oder lasse sie ihre Arbeit als sinnlos empfinden. Clas: „Das macht mir Sorgen.“ Der evangelische Bundespolizeiseelsorger Ingo Zwinkau (München) sagte: „Als Polizeiseelsorger begleite ich seit Jahren unsere Bundespolizisten an den bayerischen Grenzen. Drei Jahre Großeinsatz ,Massenimmigration’ haben bei den Kollegen ihre Spuren hinterlassen.“ Er betonte, dass viele Polizisten ihren Dienst aber trotz der Belastung leidenschaftlich gern machten. Zwinkau leitet seit 2008 als Oberpfarrer den Regionalbereich Süd der Evangelischen Seelsorge in der Bundespolizei.

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„Jede falsche Zeugenaussage wird vor Gott klargestellt“

Einer der Redner auf der Tagung, Pastor Michael Martens von der Freien evangelischen Gemeinde in Syke bei Bremen, ermutigte die Teilnehmer, trotz der vielen Herausforderungen keinen „Dienst nach Vorschrift, sondern Dienst nach der Heiligen Schrift und zu Gottes Ehre“ zu tun. Sie sollten sich auch nicht grämen, wenn zum Beispiel Täter falsche Zeugenaussagen absprächen, so dass es dann nicht zu Verurteilungen komme: „Jede falsche Zeugenaussage, jeder verdrehte Medienbericht wird vor Gott klargestellt.“ Die CPV hat Verbindungen zu rund 4.100 Polizisten. Ein Freundeskreis umfasst gut 1.500 Personen aus Politik, Wirtschaft, Kirchen und Kultur. In diesem Jahr beschäftigte sich die CPV auf ihrer Jahrestagung schwerpunktmäßig mit dem Umgang bei Stresssituationen, den Möglichkeiten der Seelsorge und der Prävention von Burn-Out.

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