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Unionsparteien
11. Juli 2017

Steckt viel „C“ im Wahlprogramm?

Der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, Thomas Rachel, und der frühere Kultus- und Justizminister und ehemalige Fraktionsvorsitzende der CDU in Hessen, Christean Wagner. Fotos: Privat (2)
Der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, Thomas Rachel, und der frühere Kultus- und Justizminister und ehemalige Fraktionsvorsitzende der CDU in Hessen, Christean Wagner. Fotos: Privat (2)

Wetzlar (idea) – CDU und CSU haben Anfang Juli ihr gemeinsames Programm für die Bundestagswahl am 24. September vorgestellt. Steckt darin viel vom christlichen Markenkern der Partei? Zwei Unionspolitiker äußern sich dazu in einem Pro und Kontra für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar).

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Thomas Rachel: Das „C“ kommt klar zum Ausdruck

Der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel (Berlin/Düren), ist der Ansicht, dass im Wahlprogramm das „C“ als der entscheidende Kompass der Politik klar zum Ausdruck kommt: „Wir bekennen uns zum ‚christlichen Menschenbild‘, in dem der Mensch mit seiner von Gott verliehenen, unantastbaren Würde im Mittelpunkt steht und nicht irgendeine politische Ideologie oder Utopie.“ Die CDU/CSU bekenne sich ausdrücklich zum jüdisch-christlichen Erbe, würdige und unterstütze die Kirchen, die einen „unverzichtbaren Beitrag zum geistigen Leben in Deutschland und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt“ leisten. Auf dieser Basis trete man dafür ein, dass Familien noch besser gefördert werden sowie bei Erziehung und Betreuung der Kinder die Wahlfreiheit der Eltern gewahrt sei. Die Unionsparteien engagierten sich auch weltweit für Menschenrechte, Religionsfreiheit und gegen Christenverfolgungen.

Christean Wagner: Es dürfte mehr „C“ sein

Die Gegenposition vertritt der frühere Kultus- und Justizminister und ehemalige Fraktionsvorsitzende der CDU in Hessen, Christean Wagner (Lahntal bei Marburg). Das „C“ gehöre unverzichtbar zur Identität der Union. Dieses Fundament müsse in jeder grundlegenden Aussage der Partei sichtbar werden: „Die Grundlagen gehören daher in den Vorspann des 76-seitigen Wahlprogramms. Diesem Anspruch wird das Programm nicht gerecht.“ Die alleinige Erwähnung der beiden Worte „christliches Menschenbild“ sei „eindeutig zu wenig“. Erfreulich sei, dass auf der drittletzten Seite noch ein Satz zur weltweiten Christenverfolgung stehe. Wagners Fazit: „Im Wahlprogramm könnte zwar mehr ‚C‘ stecken, in der Union insgesamt steckt aber nach wie vor sehr viel ‚C‘.“ Er bedauert ferner, „dass selbst ein Teil der Kirchen nicht mutig das Christentum vertritt“.

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