Mittwoch • 21. Februar
Asyldebatte in Cottbus
29. Januar 2018

Superintendentin: „Vieles wird aufgebauscht“

Teilnehmer der Kundgebung des Vereins „Zukunft Heimat“ stehen am 20.01.2018 in Cottbus nebeneinander. Foto: picture-alliance/Michael Helbig/dpa-Zentralbild/dpa
Teilnehmer der Kundgebung des Vereins „Zukunft Heimat“ stehen am 20.01.2018 in Cottbus nebeneinander. Foto: picture-alliance/Michael Helbig/dpa-Zentralbild/dpa

Cottbus (idea) – In der aktuellen Debatte um den Zuzugsstopp von Asylbewerbern nach Cottbus wird „vieles aufgebauscht“, insbesondere in der medialen Berichterstattung. Diese Ansicht vertritt die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Cottbus, Ulrike Menzel. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte am 19. Januar bekanntgegeben, dass vorläufig keine weiteren Asylbewerber, deren Antrag noch nicht entschieden ist, nach Cottbus zugewiesen werden. Grund dafür sind Auseinandersetzungen zwischen Migranten und Einheimischen. Am 1. Januar drangen sechs Personen gewaltsam in ein Flüchtlingsheim ein und schlugen mehrere Flüchtlinge. In den Wochen danach bedrohten und belästigten jugendliche Ausländer Passanten. Die Behörden reagierten darauf bereits mit einer Aufstockung der Polizeikräfte im Stadtgebiet. Kirche und Gesellschaft stünden in dieser Situation in der Verantwortung, sich gemeinsam dagegen zu wehren, dass Ängste in der Bevölkerung geschürt und ausgenutzt werden, sagte Menzel gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Zusammen mit dem Bürgerbündnis „Cottbuser Aufbruch“ setzt sie sich dafür ein, Begegnungen in gegenseitiger Achtung zu ermöglichen, um Ängste auf beiden Seiten abzubauen. „Wir haben in unseren Gemeinden Kontakt zu christlichen Flüchtlingen. Sie besuchen Gottesdienste, und es gab auch einige Taufen“, berichtet die Superintendentin.

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Menzel: Die Entscheidung kann ich verstehen

Die Entscheidung, Cottbus bis auf weiteres keine Geflüchteten zuzuweisen, hält die Theologin für nachvollziehbar: „So können die Lasten gleichmäßiger auf die Brandenburger Kommunen verteilt werden.“ Laut Angaben der Stadtverwaltung sind unter den 100.945 Einwohnern von Cottbus derzeit etwa 8.500 ausländische Mitbürger, darunter etwa 3.400 Flüchtlinge. Cottbus ist nach Salzgitter, Wilhelmshaven und Delmenhorst die vierte deutsche Stadt mit einem Zuzugsverbot. Menzel ist seit 2009 Superintendentin des Kirchenkreises.

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