Montag • 22. Mai
Schleswig-Holstein
08. Mai 2017

Protestanten verhelfen der CDU zum Sieg

CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther freut sich mit Kanzlerin Angela Merkel über den Wahlsieg. Foto: picture-alliance/Carsten Rehder/dpa
CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther freut sich mit Kanzlerin Angela Merkel über den Wahlsieg. Foto: picture-alliance/Carsten Rehder/dpa

Kiel (idea) – Zugewinne unter Protestanten haben zum Wahlsieg der CDU bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein beigetragen. Das geht aus einer Analyse der für das ZDF tätigen Forschungsgruppe Wahlen (Mannheim) hervor. Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Daniel Günther erzielte 32 Prozent aller Stimmen und gewann im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren 1,2 Prozentpunkte dazu. Die SPD erreichte 27,2 Prozent (-3,2), Bündnis 90/Die Grünen 12,9 Prozent (-0,3) und die FDP 11,5 Prozent (+2,3). Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), der die dänische und friesischen Minderheiten repräsentiert und von der Fünf-Prozent-Klausel ausgenommen ist, erhielt 3,3 Prozent (-1,3). Die Partei „Die Linke“ ist mit 3,8 Prozent (+1,6) nicht im Landtag vertreten. Die AfD gewann auf Anhieb die Zustimmung von 5,9 Prozent aller Wähler.

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Jeder dritte Protestant stimmt für die CDU

Die CDU erhielt von den Protestanten 36 Prozent der Stimmen – 2012 waren es 33 Prozent – und von den Katholiken 37 Prozent (-1). Die Sozialdemokraten erlitten die stärksten Verluste in der Gruppe der Katholiken: Nur 23 Prozent votierten für die Partei (- 5). Von den Evangelischen wählten 28 Prozent die SPD (-2). 15 Prozent der Katholiken und 12 Prozent der Protestanten stimmten für die Grünen. Die Liberalen gewannen deutlich in der Gruppe der Konfessionslosen hinzu (12 Prozent/+5). Auch bei Katholiken und Protestanten konnten sie punkten (jeweils 11 Prozent/+2). Acht Prozent der Katholiken votierten für die AfD, von den evangelischen Christen waren es nur fünf Prozent. In Schleswig-Holstein gehören 51 Prozent der Bürger der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Norddeutschland (Nordkirche) an, sechs Prozent sind Katholiken und 43 Prozent konfessionslos.

„Bunte“-Interview als möglicher Grund für die SPD-Niederlage

Als möglichen Grund für den Absturz der SPD in der Wählergunst nannten SPD-Mitglieder in Interviews mit Medienvertretern nach der Wahl ein Gespräch von Ministerpräsident Torsten Albig mit der Zeitschrift „Bunte“. In dem Interview äußerte Albig sich wenige Tage vor der Wahl über die Trennung von seiner Ehefrau Gabriele im Jahr 2016. Der Ministerpräsident sagte, dass ihm die Trennung schwergefallen sei und ihm „diese Ehe wichtig“ gewesen sei: „Aber leider haben wir nicht mehr genügend auf uns aufgepasst. Wir hatten nur noch ganz wenige Momente, in denen wir uns auf Augenhöhe ausgetauscht haben. Ich war beruflich ständig unterwegs, meine Frau war in der Rolle als Mutter und Managerin unseres Haushalts gefangen.“ Die Generalsekretärin der SPD, Katarina Barley, sagte, es sei im Wahlkampf zu sehr um „das Privatleben des Ministerpräsidenten“ gegangen. Der Fraktionschef der SPD im Landtag, Ralf Stegner, sagte im ZDF zu dem Interview: „Ich finde, Privatleben muss aus der Politik draußen bleiben.“

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