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Evangelische Allianz Niederlande
16. März 2017

Kirchen erleichtert über Wahlergebnis

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte und seine liberalkonservative „Volkspartei für Freiheit und Demokratie“ setzten sich bei der Wahl klar durch. Foto: picture-alliance/Photoshot
Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte und seine liberalkonservative „Volkspartei für Freiheit und Demokratie“ setzten sich bei der Wahl klar durch. Foto: picture-alliance/Photoshot

Den Haag (idea) – Mit Erleichterung haben Vertreter von Kirchen und christlichen Organisationen auf den Wahlausgang in den Niederlanden reagiert. Zugleich riefen sie alle politischen Akteure zur Besonnenheit auf. Bei den Wahlen am 15. März hatte sich die liberalkonservative „Volkspartei für Freiheit und Demokratie“ (VVD) von Ministerpräsident Mark Rutte mit 21,3 Prozent der Stimmen deutlich gegen den rechtsgerichteten Herausforderer Geert Wilders durchgesetzt, dessen „Partei für die Freiheit“ (PVV) auf 13,1 Prozent kam. Der Direktor der Evangelischen Allianz in den Niederlanden, Jan Wessels (Driebergen), sagte auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, der Ausgang der Wahl habe gezeigt, dass die Niederländer „sehr viel vernünftiger“ sind, als das viele Evangelikale oder christliche Parteien im Land für möglich gehalten hätten. Eine zentrale Herausforderung der neuen Regierung sieht Wessels darin, einen gesunden Ausgleich zwischen den sozialen Schichten in der Bevölkerung zu schaffen. Vergrößere sich die Schere zwischen Arm und Reich, wäre das erneut Wasser auf die Mühlen extremer Kräfte von rechts wie links, sagte er.

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Europäische Evangelische Allianz: Patriotismus nicht in Nationalismus verkehren

Die Europäische Evangelische Allianz (Driebergen) erklärte, sie bleibe parteipolitisch neutral und unterstütze keine bestimmte Partei. Wichtig sei jetzt jedoch, dass eine gute Regierung gebildet werde, die der ihr von Gott gegebenen Aufgabe nachkomme, Frieden und Gerechtigkeit zu sichern sowie die Schwächsten zu schützen. Sie rief daher zum Gebet für die Politiker auf. Eine Absage erteilte die Allianz allen politischen Bemühungen, einen „guten Patriotismus in vergiftete Formen von Nationalismus zu verkehren“. Die Verantwortliche der niederländischen katholischen Bischofskonferenz für die Beziehungen zur Politik, Danielle Woestenberg (Den Haag), begrüßte gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), dass die Bürger vor allem Parteien der Mitte gewählt hätten. Zudem sei die hohe Wahlbeteiligung erfreulich. Sie lag mit rund 82 Prozent um sieben Prozent über der der letzten Parlamentswahl 2012.

Wilders forderte Verbot des Korans und Schließung von Moscheen

Im Wahlkampf spielte auch das Thema Religion eine große Rolle. Denn Wilders hatte in seinem Parteiprogramm ein Verbot des Korans und die Schließung von Moscheen gefordert. Im Fernsehen bezeichnete Wilders den Islamismus als möglicherweise noch gefährlicher als den Nationalsozialismus. Der Islam sei eine Ideologie, die „als Religion verkleidet“ sei und keinerlei Freiheit zulasse. Der Islam sei „die größte Bedrohung der Niederlande“: „Die Niederlande müssen endlich wieder uns gehören.“ Kirchenvertreter hatten ihm daraufhin vorgeworfen, das Christentum zu instrumentalisieren. Wilders stammt aus einer katholischen Familie. Er trat aus der Kirche aus und bezeichnet sich heute als Agnostiker. Ministerpräsident Rutte ist Mitglied der Protestantischen Kirche in den Niederlanden. Von den 17 Millionen Einwohnern der Niederlande sind 23 Prozent Katholiken, 15 Prozent Protestanten und sechs Prozent Muslime. Gut die Hälfte der Bevölkerung gehört keiner Religionsgemeinschaft an.

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