Dienstag • 17. Oktober
Pro und Kontra
10. Oktober 2017

Muss die CDU das „C“ stärker betonen?

v. l.: Der Redakteur beim Hamburger Abendblatt, Edgar S. Hasse, und der Chefkolumnist der Berliner Tageszeitung B. Z., Gunnar Schupelius. Fotos: Reto Klar, Olaf Selchow
v. l.: Der Redakteur beim Hamburger Abendblatt, Edgar S. Hasse, und der Chefkolumnist der Berliner Tageszeitung B. Z., Gunnar Schupelius. Fotos: Reto Klar, Olaf Selchow

Wetzlar (idea) – Angesichts der starken Verluste von CDU/CSU bei der Bundestagswahl kam nicht nur aus der CSU die Forderung, die Union müsse ihr christliches Profil wieder mehr schärfen. Muss also insbesondere die CDU das „C“ erneut stärker betonen? Dazu äußern sich zwei Journalisten in einem Pro und Kontra für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar).

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Pro: Der Wähler hat ein Recht darauf

Der Chefkolumnist der Berliner Boulevardzeitung B.Z., Gunnar Schupelius, vertritt die Ansicht, dass der Wähler ein Recht auf mehr „C“ habe. Denn die Union trage das Bekenntnis zum Christlichen bereits in ihrem Parteinamen. Klare Bekenntnisse seien aber aus der Mode gekommen: „Umso wichtiger erscheint es mir, dass sich die staatstragende Partei CDU wieder deutlich zum christlichen Glauben bekennt.“ In den vergangenen 15 Jahren habe sie does vernachlässigt. Über viele schwierige Themen – etwa Genmanipulation, Abtreibung und Sterbehilfe – müsse in der Gesellschaft diskutiert werden. Die CDU sollte die Debatten darüber anregen und dabei selbst eine eindeutige Haltung einnehmen, schreibt der Protestant: „Vielleicht könnte das die letzte große Volkspartei vor ihrem Absturz bewahren.“

Kontra: Es kann keine christliche Politik geben

Die Gegenposition vertritt der evangelische Theologe Edgar S. Hasse. Er ist Redakteur beim Hamburger Abendblatt. Ihm zufolge kann es keine christliche Politik geben. Die Bergpredigt Jesu beschreibe zwar normative Impulse, eigne sich aber nicht als „praktisches CDU-Handbuch für eine bessere Finanz- und Kommunalpolitik“. Mit mehr Christlichem könne die Union keine neuen Wähler gewinnen, da immer mehr Menschen säkularisiert und religionsneutral seien. Die CDU müsse stattdessen konservativer werden, beispielsweise bei den Themen Nation, Leitkultur, Ehe und Familie: „Ein erneuerter Konservatismus mit diesen Werten – das sollte ein Weg der CDU nach der Bundestagswahl sein.“

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