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Wahlprogramm-Entwurf
10. März 2017

Die AfD fordert eine „Willkommenskultur für Kinder“

Die AfD will die deutsche Gesellschaft „von Grund auf familien- und kinderfreundlicher gestalten“. Foto: pixabay.com
Die AfD will die deutsche Gesellschaft „von Grund auf familien- und kinderfreundlicher gestalten“. Foto: pixabay.com

Berlin (idea) – Die AfD will die deutsche Gesellschaft „von Grund auf familien- und kinderfreundlicher gestalten“. So heißt es im Entwurf des Programms für die Bundestagswahl am 24. September. Es soll auf dem Bundesparteitag am 23. und 24. April in Köln beschlossen werden. Der Partei zufolge nehmen die etablierten Parteien „die dramatische Zunahme der Ehe- und Kinderlosigkeit und das Verschwinden normaler mittelgroßer Familien“ als alternativlos hin. Jährlich schrumpfe die angestammte Bevölkerung um mehr als 250.000 Personen – mit stark steigender Tendenz. Die AfD stemme sich gegen „diesen Trend zur Selbstabschaffung“. Stabile Familien seien die Mitte und Grundlage jeder sich selbst erhaltenden Gesellschaft, in der Wohlstand und sozialer Frieden herrschten und Werte weitergegeben würden. Dem Entwurf zufolge muss sich eine „Willkommenskultur für Kinder“ auch in konkreten Maßnahmen zeigen. Die Partei plädiert für ein Baby-Begrüßungsgeld oder einen sofortigen Steuernachlass.

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Für den Schutz ungeborener Kinder und gegen die „Gender-Ideologie“

Der Entwurf enthält auch einen Absatz für den Schutz ungeborener Kinder. Darin lehnt die AfD alle Bestrebungen ab, Abtreibung zu einem Menschenrecht zu erklären. Auch ungeborene Kinder hätten ein Recht auf Leben. Die Schwangerschaftskonfliktberatung müsse dem Schutz des Lebens dienen. Wie vom Bundesverfassungsgericht zur Bedingung gestellt, müsse regelmäßig die Wirksamkeit der Beratungsscheinregelung überprüft werden: „Gegebenenfalls ist durch gesetzliche Korrekturen ein wirksamer Lebensschutz zu gewährleisten.“ Scharfe Kritik übt die Partei an der „Gender-Ideologie“. Sie marginalisiere „naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern und stellt geschlechtliche Identität infrage“. Ziel dieser Ideologie sei es, die klassische Familie als Lebensmodell und Rollenbild abzuschaffen. Sie müsse deshalb „raus aus den Schulen“. Auch eine Frühsexualisierung von Kindern und Jugendlichen im Unterricht müsse gestoppt werden. Die Partei fordert ferner, keine öffentlichen Mittel mehr für „Gender-Forschung“ bereitzustellen und keine „Gender-Professuren“ mehr zu besetzen.

Der Islam gehört nicht zu Deutschland – Die Ausbreitung ist eine „große Gefahr“

Im Blick auf den Islam heißt es, er gehöre nicht zu Deutschland. Die AfD sehe in seiner Ausbreitung und der Präsenz von über fünf Millionen Muslimen, deren Zahl ständig wachse, „eine große Gefahr“ für den Staat und seine Werteordnung: „Ein Islam, der unsere Rechtsordnung nicht respektiert oder sogar bekämpft und einen Herrschaftsanspruch als alleingültige Religion erhebt, ist mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung Deutschlands nicht vereinbar.“ Die AfD lehnt Minarette als „islamisches Herrschaftszeichen“ ebenso ab wie den Muezzin-Ruf, nach dem es außer dem islamischen Allah keinen Gott gebe: „Es handelt sich hierbei um religiösen Fundamentalismus.“ Die Partei tritt außerdem für ein allgemeines Verschleierungsverbot ein.

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