Dienstag • 25. April
Kritik an „Kirchenfürsten“
21. April 2017

Der Journalist und AfD-Politiker Konrad Adam ist aus der Kirche ausgetreten

Der Journalist und Mitbegründer der AfD, Konrad Adam. Foto: picture-alliance/dpa
Der Journalist und Mitbegründer der AfD, Konrad Adam. Foto: picture-alliance/dpa

Oberursel (idea) – Der Journalist und Mitbegründer der AfD, Konrad Adam (Oberursel bei Frankfurt am Main), ist aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ausgetreten. Das gab er auf Facebook bekannt. „Leichtgefallen ist mir das nicht, zu bereuen habe ich aber auch nichts“, hält er fest. Er begründet seine Entscheidung mit dem einseitigen und unglaubwürdigen Verhalten der Kirchenführungen in der Flüchtlingsfrage sowie dem weiten Abstand zwischen Wort und Tat. „Man predigt das Opfer, bringt es aber nicht,“ schreibt Adam. Die „Päpste, Pröpste und Prälaten“ regten Christen dazu an, im Kampf gegen den islamistischen Terror auf Liebe und Gebet zu setzen. Doch es dort, wo der Terror wüte, selbst einmal damit zu versuchen, dazu habe noch keiner von ihnen Anlass gesehen. Wie Adam weiter schreibt, würde es ihm imponieren, wenn der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, in einem der Flüchtlingskähne auf dem Mittelmeer gelegentlich eine Messe zelebrieren oder der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), die Flüchtlinge „auf einem der vielen seeuntüchtigen Gummiboote“ besuchen würde statt – wie geschehen – auf einem bewaffneten Kriegsschiff der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache (Frontex). Adam: „Aber das gibt es nicht. Was es stattdessen gibt, ist der tägliche Appell an mein Gewissen.“ Doch davon habe er eine anspruchsvollere Vorstellung als „die Kirchenfürsten“. Deshalb habe er die Kirche, der er seit der Geburt angehörte, verlassen. Dieser Schritt erleichtere sein Gewissen, weil er damit einer „parapolitischen Vorfeldorganisation“ die finanzielle Unterstützung entzogen habe. Adam war von 1979 bis 2000 Feuilleton-Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und anschließend bis 2007 Chefkorrespondent der Tageszeitung „Die Welt“. 2013 war er mit Prof. Bernd Lucke Gründungsmitglied der AfD und bis 2015 einer ihrer drei Sprecher.

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