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Brandenburg
24. Januar 2018

AfD-Politiker tritt zum Islam über

Mit solchen Plakaten warb die AfD bei der Bundestagswahl für Stimmen. Foto: picture-alliance/Armin Weigel/dpa
Mit solchen Plakaten warb die AfD bei der Bundestagswahl für Stimmen. Foto: picture-alliance/Armin Weigel/dpa

Falkensee (idea) – Der AfD-Politiker Arthur Wagner (Falkensee bei Berlin) ist zum Islam übergetreten. Das bestätigte er der Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Falkensee-Seegefeld, Gisela Dittmer, wie sie auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mitteilte. Nach ihren Angaben ist Wagner jedoch bisher nicht aus der Kirche ausgetreten. Der Russlanddeutsche ist bereits seit zwölf Jahren Mitglied der Gemeinde und nahm als „Ersatzältester“ auch an Sitzungen des Gemeindekirchenrates teil. Seine AfD-Mitgliedschaft führte in der Vergangenheit teilweise zu Spannungen. Wagner habe die Entwicklungen in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz zunehmend kritisch gesehen. „Insbesondere den Beschluss der Synode vom Frühjahr 2016 zur Trauung gleichgeschlechtlicher Paare kritisierte er“, so die Pfarrerin. Sie habe ihn als „engagierten Christen“ erlebt, unter anderem in der Flüchtlingshilfe. Wagner war bis 2012 CDU-Mitglied. Laut Medienberichten trat er am 11. Januar „aus privaten Gründen“ als Mitglied des Brandenburger Landesvorstandes zurück. Auch der Vereinigung „Christen in der AfD“ gehörte der Politiker an. Wagner wollte sich zu seiner Konversion nicht äußern. „Das ist meine Privatsache“, sagte er laut dem Berliner „Tagesspiegel“.

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AfD-Programm: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“

In dem 2016 beschlossenen Grundsatzprogramm der AfD heißt es im Blick auf den Islam: „Viele gemäßigte Muslime leben rechtstreu sowie integriert und sind akzeptierte und geschätzte Mitglieder unserer Gesellschaft. Sie gehören zu Deutschland. Der Islam gehört aber nicht zu Deutschland.“ Der Pressesprecher des AfD-Landesverbandes Brandenburg, Daniel Friese (Potsdam), erklärte auf idea-Anfrage: „Wir betrachten den Islam als religiös-politische Doktrin, die unserer deutschen Leitkultur zuwiderläuft.“ Auch wenn „nicht jeder Muslim seine Religion über unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung stellt“, sehe die AfD in der muslimischen Weltanschauung „eine große Gefahr für unseren Staat, unsere Gesellschaft und unsere Werteordnung“. Nach Aussagen des Pressesprechers ist Wagner im Landesverband Brandenburg „das erste Parteimitglied, das zum Islam konvertiert ist“. Weitere Muslime im Landesverband seien ihm nicht bekannt. Man erhebe über die Religionszugehörigkeit der Mitglieder keine Daten.

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