Montag • 26. Juni
Ausstieg aus Klimaabkommen
03. Juni 2017

Kirchenvertreter kritisieren Trump

US-Präsident Donald Trump hat Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen verkündet. Foto: picture-alliance/Ron Sachs/Consolidated News Photos/Ron Sachs - CNP
US-Präsident Donald Trump hat Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen verkündet. Foto: picture-alliance/Ron Sachs/Consolidated News Photos/Ron Sachs - CNP

Washington (idea) – Der von US-Präsident Donald Trump angekündigte Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen stößt weltweit auf Kritik von Kirchenvertretern. Der katholische Erzbischof von Chicago (US-Bundesstaat Illinois), Blase Cupich, sprach auf Twitter von einer „irrigen Entscheidung“. Die Erde nicht zu schützen sei nicht nur ein Führungs-, sondern auch ein moralisches Versagen, da es um die Frage von Leben und Tod gehe. Insbesondere die Armen hätten unter den Folgen des Klimawandels zu leiden. Laut einer Stellungnahme der Kommission für Internationale Gerechtigkeit und Frieden der US-Bischofskonferenz unterstützt die katholische Kirche weltweit das Pariser Abkommen. Trumps Entscheidung sei „zutiefst beunruhigend“. Die Auswirkungen des Klimawandels zeigten sich bereits jetzt in einem Anstieg des Meeresspiegels, dem Schmelzen von Gletschern, heftigeren Stürmen und häufigeren Dürren. Die anglikanische Kirche von England bezeichnete Trumps Entscheidung als „extrem fahrlässig“ und „klägliches Führungsversagen“. Der für Umweltfragen zuständige anglikanische Bischof von Salisbury, Nicholas Roderick Holtam, fragte: „Wie kann Präsident Trump den am meisten betroffenen Menschen in die Augen schauen, darunter auch die ärmsten der Welt an den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Orten, und diejenigen, die von dem zunehmend extremen Wetter in Teilen der USA betroffen sind?“

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Landesbischof Bedford-Strohm: Ein schmerzlicher Rückschlag

Laut dem Vorsitzenden der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München), ist die Entscheidung Trumps ein „herber Rückschlag für den internationalen Klimaschutz und trübt die weltweite Zuversicht nach der Einigung auf der Pariser Klimakonferenz“. Davon dürfe sich die internationale Gemeinschaft aber nicht entmutigen lassen. Insbesondere die Europäer seien aufgefordert, „geschlossen eine Vorreiterrolle bei der Bewahrung der Schöpfung einzunehmen“. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), sprach gegenüber der „Heilbronner Stimme“ von einem „schmerzlichen Rückschlag für ein weltweites Handeln, das der Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung gerecht wird“. Das Verhalten einer einzelnen Regierung werde die durch den Erfolg von Paris entstandene Dynamik aber nicht stoppen. Die Zukunft gehöre Innovationen, die eine Wirtschaft ohne die Zerstörung der Natur ermöglichten: „Wir werden als Kirchen auch in Zukunft unser weltweites Netzwerk nutzen, um überall auf der Welt für die Verantwortung gegenüber Mensch und Natur einzutreten.“ Trump hatte den Rückzug der USA von dem Klimaabkommen am 1. Juni in Washington angekündigt. Ihm zufolge benachteiligt es die USA. Es vernichte beispielsweise Stellen in der Kohleindustrie. Mit dem Ausstieg halte er sein Versprechen, Amerika zu schützen. Er sei gewählt worden, um die Bürger von Pittsburgh (Bundesstaat Pennsylvania) zu repräsentieren und nicht die von Paris. Auf der UN-Klimakonferenz in Paris war Ende 2015 vereinbart worden, Maßnahmen zu treffen, um die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, möglichst auf 1,5 Grad. 195 Staaten hatten das Abkommen unterzeichnet.

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