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20.07.2012

Was hat ein Handy mit Krieg zu tun?

Leipzig (idea) – Für mehr Transparenz und Gerechtigkeit in den internationalen Beziehungen setzt sich die Micha-Initiative (Leipzig) mit ihrer Aktionswoche „fair.liebt.transparent“ ein. Vom 7. bis 14. Oktober sollen Gemeinden und christliche Gruppen ihre Möglichkeiten als Konsumenten überdenken, sich mit biblischen Impulsen auseinandersetzen und beten. Die Teilnehmer werden eine Woche lang ihre Handys ausschalten. Sie wollen damit auf die Lage im Osten der Demokratischen Republik Kongo aufmerksam machen. Denn in der Aktionswoche wird es insbesondere um das Erz Coltan gehen, das für die Herstellung von Handys und anderer elektronischer Geräte benötigt wird. Seit einigen Jahren finanzieren verschiedene Kriegsparteien im coltanreichen Ostkongo mit den Einnahmen aus dem Handel mit dem Erz einen blutigen Konflikt, der schon über fünf Millionen Menschen das Leben gekostet hat und bis heute Kampfhandlungen, Vergewaltigungen und weitere Menschenrechtsverletzungen mit sich bringt. „Transparenz und Gerechtigkeit gehören zusammen. Im Epheser-Brief heißt es: ‚Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.‘ Wir sehen im biblischen Zeugnis den Auftrag der Christen, Regierungen und Konzerne aufzufordern, sich für Gerechtigkeit einzusetzen und Transparenz zu ermöglichen“, erklärt der Vorsitzende der Micha-Initiative, Pfarrer Rolf Zwick (Essen), den Hintergrund der Kampagne.

„Licht ins Dunkel“ bringen

Bereits seit Anfang des Jahres setzt sich die Micha-Initiative mit ihrer Kampagne „Licht ins Dunkel“ bei der Europäischen Union für strengere Regelungen für Unternehmen im Bergbau und im Öl- und Gasgeschäft ein. Konzerne sollen in Zukunft detailliert offenlegen, wie viel und an wen sie zahlen, wenn sie sich Zugang zu Rohstoffen verschaffen. Damit die Einwohner rohstoffreicher Länder eine gerechtere Verteilung der Einnahmen einfordern können, etwa für Gesundheits- oder Bildungseinrichtungen. Die Micha-Initiative ist eine weltweite christliche Kampagne für die Umsetzung der UN-Millenniumsziele und für globale Gerechtigkeit. In Deutschland wird sie von einem Arbeitskreis innerhalb der Deutschen Evangelischen Allianz geleitet und von einem breiten Bündnis christlicher Organisationen getragen.

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