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09.02.2012

Wenn die Kirche kalt bleibt

Christen in Witten feiern „Pudelmützen-Gottesdienst“. Foto: PR

Witten (idea) – Trotz frostiger Temperaturen blieb die evangelische Kirche in Witten-Rüdinghausen beim jüngsten Gottesdienst kalt. Mit Pudelmützen und Skianzügen bekleidet saßen die Besucher dichtgedrängt auf den Kirchenbänken.

Draußen zeigte das Thermometer minus 12 Grad, drinnen plus vier Grad. Schuld war nicht eine defekte Heizung: Der erste „Pudelmützen-Gottesdienst“ am 5. Februar bildete den Auftakt für eine Spendenaktion zugunsten des 150 Jahre alten Kirchengebäudes, das dringend renoviert werden muss. „Kindergartenkinder hielten die Gottesdienstbesucher mit Bewegungswarmhalteliedern auf Trapp, sorgten so für warme Füße“, berichtet Pfarrerin Elke Helmerich. Zum wärmenden Apfelpunsch und Glühwein vor der Kirche blieben im Anschluss fast alle der 130 Gottesdienstbesucher. Nach Angaben der Pfarrerin werden die Sanierungsmaßnahmen rund 250.000 Euro kosten – Geld, das die 2.700 Mitglieder zählende Gemeinde nicht hat. Allein das einmalige Erwärmen des alten Kirchenbaus auf maximal 19 Grad kostet rund 350 Euro, rechnet Presbyter Jörg Latoschewski vor. Um Heizkosten zu sparen, verlegten die Rüdinghausener ihren Gottesdienst erstmals für den Zeitraum Oktober bis März in das Gemeindehaus. Damit die Kirche im Dorf bleibt, wollen Pfarrerin und Presbyterium die Rüdinghauser mobilisieren, mit Geld und guten Ideen die Predigtstätte zu erhalten. „Ein erster Spendenaufruf hat schon aus dem Stand Zusagen von mehr als 3.500 Euro pro Jahr eingebracht“, freut sich Pfarrerin Helmerich.

Auf sinkende Steuereinnahmen einstellen

Neben der Renovierung der Kirche wird die schrumpfende Gemeinde zukünftig auch laufende Kosten aus eigener Kraft stemmen müssen. Die Personalkosten für den Gemeindepädagogen, die Hausmeisterin und eine Bürokraft möchte Helmerich mittelfristig aus eigenen Mitteln absichern: „Die Kirchensteuer, die uns zugewiesen wird, sinkt in den kommenden Jahren – darauf müssen wir uns frühzeitig einstellen.“ Die Pfarrerin hofft auf weitere Spenden: „Denn eine fertig renovierte Kirche hat Zukunft, sodass auch die heutigen Konfirmanden und Kindergarten-Kinder noch darin getraut werden können.“ Der erste Pudelmützen-Gottesdienst lohnte sich auch finanziell. Über 500 Euro kamen für die Kirchenrenovierung zusammen.

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