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26.02.2012

Weltgebetstag der Frauen: „Steht auf für Gerechtigkeit“

Das Motiv des Weltgebetstages 2012: „Justice“ von Hanna Cheriyan Varghese. Foto: PR/Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V.

Kuala Lumpur/Stein (idea) – „Steht auf für Gerechtigkeit“ – unter diesem Motto steht der Weltgebetstag der Frauen am 2. März. In über 170 Ländern feiern Christinnen Gottesdienste. 23 Frauen aus neun Kirchen im südostasiatischen Malaysia haben die Gestaltung vorbereitet.

In einem Gebet wird unter anderem für die Arbeit der ersten Missionare und ihre Glaubensstärke in dem Land gedankt. Sie hätten Missionsstationen gegründet und soziale Verantwortung übernommen: „Wir freuen uns an diesem lebendigen Glaubensgeschenk.“ Die Gottesdienstordnung geht auch auf die multireligiöse Situation des 28 Millionen Einwohner zählenden Landes ein: „Wir beten, dass Menschen aller ethnischen Gruppen und Religionen zusammenarbeiten – für religiöse Harmonie und eine gerechte und umfassende Entwicklung für alle.“ Staatsreligion ist der Islam, zu dem sich rund 60 Prozent der Bevölkerung, meist Malaien, bekennen. Daneben gibt es etwa 19 Prozent Buddhisten, neun Prozent Christen und sechs Prozent Hindus, die zum größten Teil chinesische oder indische Wurzeln haben.

Einschränkungen der Religionsfreiheit

Wie es in den Erläuterungen des deutschen Komitees für den Weltgebetstag (Stein bei Nürnberg) heißt, sprechen die malaysischen Christinnen auch die Probleme ihres Landes an. So könne die Regierung zwar eindrucksvolle wirtschaftliche Erfolge vorweisen, doch diese gingen häufig zu Lasten der Umwelt sowie mancher Bevölkerungsgruppen und Arbeitsmigranten. Obwohl die malaysische Verfassung die Religionsfreiheit garantiere, hätten religiöse Minderheiten häufig mit Einschränkungen zu kämpfen. Besorgt äußern sich die malaysischen Christinnen über den Zustand ihrer Nation. Sie beklagen Gier, Korruption und Ungerechtigkeit. Dazu dürfe man nicht schweigen. Als Beispiel wird die Lage der rund 300.000 Hausangestellten genannt. Die meisten stammen aus ärmeren Ländern der Region. Sie leiden häufig unter ungerechter Bezahlung, Gewalt und sexuellen Übergriffen. Das deutsche Weltgebetstags-Komitee ruft die Besucherinnen der Gottesdienste auf, sich an einer Unterschriftenkampagne für die Rechte von Hausangestellten zu beteiligen. Damit wird die malaysische Regierung aufgefordert, die „menschenunwürdigen Zustände“ für die Betroffenen zu beenden.

„Heilige Geistkraft“, mach uns stark ...“

In den Fürbitten der Gottesdienstordnung werden nicht nur Gott und Jesus Christus angerufen, sondern auch die „Heilige Geistkraft“. So bezeichnen feministische Theologinnen den Heiligen Geist. Wörtlich heißt es: „Heilige Geistkraft, mach uns stark, für Gerechtigkeit und Frieden zu arbeiten!“

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