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15.02.2012

Missionare helfen beim Überleben von Naturvölkern

Der Schwäbische Unternehmer Karl Schock besuchte die Agtas auf den Philippinen. Foto: PR

Manila/Schorndorf (idea) – Missionare zerstören nicht intakte Strukturen von Naturvölkern, sondern helfen ihnen beim Überleben.

Mit dieser Erfahrung kehrten der schwäbische Unternehmer Karl Schock und seine Ehefrau Helga (Schorndorf bei Stuttgart) von einer dreiwöchigen Reise auf die Philippinen zurück. Einige Tage verbrachten sie im Urwald der Hauptinsel Luzon, wo rund 2.000 Angehörige des Agta-Stammes als Jäger und Sammler abgeschnitten von der Zivilisation leben. Ihre Gastgeber waren die Deutsche Marianne Chiong und ihr philippinischer Mann Monie, die dort als Sprachwissenschaftler, Theologen und Anthropologen arbeiten. Als sie 1988 mit der Übersetzung der Bibel in die Agta-Sprache begannen, habe nur ein Mitglied des Volkes in der philippinischen Hauptsprache Tagalog lesen und schreiben können, so die Missionare. Heute beherrschten einige hundert Agtas diese Fähigkeiten. Viele Kinder besuchten mittlerweile höhere Schulen. Die Missionare praktizieren nach eigenen Angaben eine ganzheitliche Gemeinschaftsentwicklung auf Grundlage des biblisch-christlichen Menschenbildes. Ihr wichtigstes Ziel sei weder das Verteilen von Hilfsgütern noch medizinische und schulische Hilfe oder die Einführung eines westlichen Lebensstils, sondern „eine gleichberechtigte gegenseitige Freundschaft in der Liebe Christi“. Durch das Lesen und Schreiben hätten die Agtas gelernt, ihre Rechte einzufordern und Verträge zu schließen. Dies sichere ihr Überleben. Denn das 1997 beschlossene Gesetz zum Schutz der eingeborenen Völker werde kaum respektiert. Die angeblich ungebildeten und geografisch isolierten Agtas waren eine verachtete Randgruppe, denen Ausbeuter Alkohol und buntes Plastikgeschirr verkauften und deren Wälder man verbotenerweise rodete. Dem Missionsehepaar Chiong zufolge führten ihre Schule und das Bibelstudienhaus zu Bildung sowie Dorf- und agrarischer Entwicklung. Dies sei mit Klosterschulen im mittelalterlichen Europa vergleichbar, die ebenfalls eine ganzheitliche Entwicklung bewirkt hätten. Wie damals Luthers Bibelübersetzung in die deutsche Sprache das Selbstbewusstsein der Menschen beflügelte, sei auch die Bibel in der Agta-Sprache ein wertvolles Werkzeug.

„Christus ist mächtiger“

Außerdem habe die Hinwendung zum christlichen Glauben geholfen, die Furcht vor Geistern abzulegen. Wer sie beleidige – so das traditionelle Denken –, müsse mit schlimmen Folgen rechnen, etwa mit dem Tod. Als Christen machten die Agta die Erfahrung, „dass der auferstandene und gegenwärtige Christus mächtiger als alle anderen Mächte ist und sogar körperliche Heilungen und Befreiung von Ängsten und psychischen Belastungen schenken kann“, so das vorläufige Fazit der Missionsarbeit. Die Philippinen sind aufgrund der spanischen Kolonialzeit das einzige Land Asiens mit einer christlichen Bevölkerungsmehrheit. Etwa 83 Prozent der rund 94 Millionen Einwohner sind Katholiken, 5,4 Prozent Protestanten und 4,6 Prozent Muslime. Die übrigen gehören kleineren christlichen oder buddhistischen Religionsgemeinschaften oder Naturreligionen an.

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