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26.01.2012

Ministerpräsident: Kirche ist „Sauerteig“ der Gesellschaft

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff: Kooperation von Staat und Kirche trotz Kritik weiterführen. Foto: Landeskirche Braunschweig/Hübner

Braunschweig (idea) – Die Kirchen haben als „Sauerteig“ in der Gesellschaft eine sinngebende Funktion. Diese Ansicht vertrat der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (Magdeburg), beim „Abend der Begegnung“ der braunschweigischen Landeskirche am 25. Januar in Braunschweig.

Ohne das christlich-jüdische Menschenbild seien weder das Grundgesetz noch die Länderverfassungen im Letzten zu erklären, sagte der CDU-Politiker. Dort seien das Gemeinwesen und das politische Handeln in der Verantwortung vor Gott und den Menschen verankert. Haseloff sprach sich für eine Fortführung der Kooperation zwischen Staat und Kirche auch angesichts von Kritik an den Staatskirchenverträgen und den finanziellen Staatsleistungen der Bundesländer an die Kirchen aus. Dadurch werde ein wichtiger „Dienst an der Gesellschaft und am Nächsten“ ermöglicht, sagte der Katholik. Er bezeichnete Niedersachsen und Sachsen-Anhalt als gemeinsamen Kulturraum mit gemeinsamer Geschichte. Die Wunde der deutschen Teilung werde immer mehr von einem „hoffnungsvollen grünen Band“ geheilt. Die ehemaligen Grenzgebiete hätten heute als Naturreservate eine neue Bedeutung. Vor diesem Hintergrund sollten auch die alten Braunkohlebereiche zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt renaturiert werden. Zur 380.000 Mitglieder zählenden Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig zählen auch die Exklaven Calvörde und Blankenburg in Sachsen-Anhalt.

Landesbischof: Die Schwachen sind das Maß

Landesbischof Friedrich Weber (Wolfenbüttel) äußerte sich in seiner Andacht zur Jahreslosung 2012: „Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2. Korinther 12,9). Für kirchliches Handeln seien die Schwachen das Maß, sagte Weber. Das zeichne auch die Rechtstradition aus. Sich an den Schwachen zu orientieren, sei wichtig, um ein ethisches Bewusstsein zu entwickeln. Weber zeigte sich dankbar, dass es in den vergangenen Monaten unter anderem gelungen sei, in Niedersachsen humanitäre Lösungen für Flüchtlinge zu finden. Ferner hätten Christen gegen „menschenverachtende Parolen“ und Aufmärsche der rechtsradikalen NPD Flagge gezeigt. Zum „Abend der Begegnung“ waren rund 500 geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur in die Klosterkirche von Riddagshausen gekommen, darunter der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und der katholische Bischof des Bistums Hildesheim, Norbert Trelle.

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