Jemenitische Regierung: Sächsische Geiseln leben

Unbekannte hatten am 12. Juni eine Gruppe christlicher Entwicklungshelfer verschleppt – darunter den Ingenieur Johannes Hentschel, seine Frau Sabine sowie die Kinder Lydia, Anna und Simon. Foto: Privat
Sanaa/Berlin (idea) – Neue Hoffnung im Fall der im Jemen entführten christlichen Familie aus Sachsen: Sie ist nach Angaben der jemenitischen Regierung am Leben. Dafür gebe es bestätigte Informationen, sagte der Vize-Ministerpräsident Raschad al-Alami am 7. Januar in der Hauptstadt Sanaa.
Die fünfköpfige Familie und ein ebenfalls vermisster britischer Ingenieur befänden sich in der Hand der schiitischen Houthi-Rebellen. Die Deutschen würden gezwungen, verwundete Mitglieder dieser Gruppe zu versorgen. Als mögliche Aufenthaltsorte nannte al-Alami die Städte Maarib, El Dschuf und Saada. Die Houthi-Rebellen kämpfen im Norden des Landes gegen Regierungstruppen. Das Auswärtige Amt in Berlin wollte die Informationen des Regierungsvertreters auf idea-Anfrage weder dementieren noch bestätigen. Der Krisenstab arbeite weiterhin intensiv an einer Lösung des Falls, hieß es.
Evangelische Allianz: Zeichen für Feindesliebe
Die Deutsche Evangelische Allianz zeigte sich erleichtert über das Lebenszeichen. Wenn die Familie jene Menschen pflege, die ihnen Schlimmes angetan haben und durch die Geiselhaft weiter antun, so erfülle sie eine Aufgabe, die Jesus Christus durch seinen Tod am Kreuz allen Christen aufgetragen habe: auch die Feinde zu lieben und ihr Leben zu retten. Das erklärte der Vorsitzende der evangelikalen Dachorganisation, Jürgen Werth (Wetzlar). Die Allianz will in ihrer Gebetswoche vom 10. bis 17. Januar in besonderer Weise vor Gott für die entführte Familie einstehen.
Angehörige: Noch ist nichts bestätigt
Unbekannte hatten am 12. Juni eine Gruppe christlicher Entwicklungshelfer bei einem Ausflug in der Nähe der nordjemenitischen Stadt Saada verschleppt – darunter den Ingenieur Johannes Hentschel, seine Frau Sabine (36) sowie die Kinder Lydia (5), Anna (3) und Simon (1). Zwei deutsche Pflegehelferinnen und eine südkoreanische Lehrerin wurden am 15. Juni ermordet aufgefunden. Hentschels Schwager, Pastor Reinhard Pötschke (Radebeul bei Dresden), reagierte zurückhaltend auf die Angaben der jemenitischen Regierung. Schließlich sei noch nichts bestätigt. Die Hoffnung, seine Angehörigen wiederzusehen, steige aber wieder, sagte er gegenüber idea. Mit dem Auswärtigen Amt stehe er intensiv in Verbindung. Kurz vor Weihnachten hatten Medien über ein Video berichtet, das die Kinder der Hentschels zeigt. Auch dazu wollte sich das Auswärtige Amt seinerzeit aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht äußern. Bereits kurz nach dem Verschwinden der Familie Hentschel hatte ein arabischer Sender berichtet, die Deutschen und der Brite seien am Leben und befänden sich in den Händen der Rebellen. Diese hatten den Bericht jedoch zurückgewiesen und gesagt, sie wüssten nichts über das Schicksal der Geiseln.
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