30. Juni 2010

Neuer Kirchenstreit über Umgang mit Homosexuellen?

Nach Ansicht des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern (ABC) gefährdet die Aktion die Einheit der Kirche, da die Bedeutung der Bibel für die Kirche auf dem Spiel stehe.

München (idea) – Ein neuer Streit über den Umgang mit Schwulen und Lesben zeichnet sich in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ab. Anlass ist die Forderung der Dekanatssynoden in München Nord und Mitte, dass homosexuelle Pfarrerinnen oder Pfarrer mit eingetragener Partnerschaft künftig im Pfarrhaus als gleichgeschlechtliche Paare zusammenleben dürfen.

Dies solle ihre – wie es heißt - Diskriminierung beenden. Über den Antrag wird die Landessynode im November beraten. Nach Ansicht des Arbeitskreises Bekennender Christen in Bayern (ABC) gefährdet die Aktion die Einheit der Kirche, da die Bedeutung der Bibel für die Kirche auf dem Spiel stehe, heißt es in einer am 30. Juni veröffentlichten Erklärung. Für den Zusammenschluss von rund 20 theologisch konservativen Gruppen ist klar, dass die Heilige Schrift Homosexualität eindeutig ablehne und gleichgeschlechtliche Praxis als widernatürlich betrachte. Aufgabe der Kirche sei es daher, Betroffenen zu helfen, ihre Bestimmung als Mann oder Frau zu finden und heterosexuelle Liebe zu erfahren. Dazu müsse die Kirche Mitarbeiter für die therapeutisch-seelsorgerliche Arbeit an homosexuellen Menschen qualifizieren und Fachdienste, die in der Überwindung homosexueller Empfindungen und Festlegungen gute Erfahrung haben, anerkennen und unterstützten.

Konservative fordern „magnus consensus“

Nach Ansicht des ABC ist die Synode nicht berechtigt, allein über den Antrag der Münchner Dekanate abzustimmen. In Fragen der kirchlichen Lebensordnung, die die Geltung der Heiligen Schrift berühren, sei vielmehr ein „magnus consensus“ (Große Einheit) unter den Kirchenmitgliedern notwendig. In die Meinungsbildung müssten deshalb alle Kirchengemeinden, Kirchenkreise und die Pfarrerschaft sowie die Theologischen Fakultäten einbezogen werden. Eine Entscheidung habe außerdem im ökumenischen Kontext zu erfolgen. Dabei sei zu beachten, dass zahlreiche Kirchen in Osteuropa und in der Dritten Welt Homosexualität ablehnten.

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