13. Juli 2009

Ägypten: Orthodoxe Kirche niedergebrannt

Ägypten: Polizei nimmt Augenzeugen statt Tatverdächtige fest.

Kairo (idea) – In Oberägypten ist am 11. Juli eine koptisch-orthodoxe Kirche niedergebrannt worden. Das Gebäude in Beni Mazar, etwa 190 Kilometer südlich von Kairo, war erst am 3. Juli eingeweiht worden.

Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit Sitz in Frankfurt am Main wurde niemand verletzt. Die Kirche sei bereits am Tag der Einweihung von der ägyptischen Staatssicherheit wieder geschlossen worden, um Übergriffe durch muslimische Extremisten zu verhindern. Seither stand sie unter Polizeibewachung. Augenzeugen zufolge sei es gleichwohl drei Muslimen gelungen, in die Kirche einzudringen und sie mit Benzin in Brand zu stecken. Die Sicherheitskräfte seien nicht eingeschritten. Zeugen hätten die Brandstifter namentlich identifiziert; die Polizei habe jedoch statt der Tatverdächtigen die Augenzeugen festgenommen und bedroht, ihre Aussagen zu ändern. „Dass eine soeben eröffnete und staatlich genehmigte Kirche sogleich unter den Schutz von bewaffneten Polizeikräften gestellt werden muss, dokumentiert das aufgeheizte Klima zwischen den Religionsgemeinschaften und die Bedrängnis der koptischen Christen im ländlichen Ägypten“, erklärte dazu Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. In Ägypten stellen Christen mit schätzungsweise acht bis zehn Millionen Personen rund acht Prozent der etwa 79 Millionen Staatsbürger. In ihrer Mehrheit sind die Christen orthodoxe Kopten. Es gibt auch kleinere Gruppen von Katholiken und Protestanten.

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