02. Dezember 2017

Bischof Abromeit

Warum biblische Geistesgaben für die Kirche so wichtig sind

Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hans-Jürgen Abromeit. Foto: Marcelo Hernandez/Nordkirche
Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hans-Jürgen Abromeit. Foto: Marcelo Hernandez/Nordkirche

Hamburg (idea) – Die Zukunft der Kirche wird maßgeblich davon abhängen, dass die Mitglieder ihre Gaben entfalten können. Diese Ansicht vertrat der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), am 1. Dezember in einem Lobpreisgottesdienst in Hamburg. Er predigte auf Einladung der (charismatischen) Geistlichen Gemeinde-Erneuerung Nord (GGE Nord), die dafür eintritt, dem Heiligen Geist mehr Raum zu geben. Abromeit unterstrich die Bedeutung biblischer Geistesgaben. Dazu gehörten Glaubensstärke, Urteilsvermögen und Zuversicht ebenso wie die Gabe, gut zuhören zu können oder heilend zu wirken. Abromeit: „Eine nicht wahrgenommene Gabe ist wie ein nicht mehr genutztes Körperteil. Es verfault und infiziert den ganzen Körper.“ Jeder Mensch müsse die Erfahrung machen „Ich werde gebraucht“. Die Gemeinde Jesu Christi sei der Raum, „in dem ich nehme und in dem ich gebe“. Dies sei aber in der Vergangenheit der Volkskirche sträflich vernachlässigt worden. Hier liege die eigentliche Krise der Kirche: „Vor allem Pfarrer, Katecheten, Kantoren und ein kleiner Kreis kirchlicher Expertinnen und Experten haben jahrhundertelang mit viel persönlicher Mühe Kirche veranstaltet. Kirche ist aber keine Veranstaltung, sondern lebt als Gemeinschaft. Viele andere, die auch mit ihren kleinen und großen Gaben da waren, konnten sie in unserer Kirche nicht zur Geltung bringen. Das hat in langer Zeit eine Konsumentenhaltung in unseren Gemeinden befördert.“ Die Kirche müsse entdecken, „wozu die Einzelnen begabt sind, was sie zum Wohle der Gemeinschaft einbringen können“.

Gaben der Prophetie und der Barmherzigeit schlummern oft unerkannt in Christen

Nach Worten des Vorsitzenden der GGE Nord, Pastor Jochen Weise (Hamburg), schlummern „oft kostbare Fähigkeiten wie die Gabe der Prophetie oder der Barmherzigkeit unerkannt in den Menschen“. Die Geistliche Gemeinde-Erneuerung unterstütze Christen dabei, „ihre Begabungen ans Licht zu bringen und zu fördern“. Weise ist Pastor der Eastside Gemeinde, einer ökumenischen GGE-Gemeinschaft. Er beobachtet eine „neue Offenheit für das gegenseitige Segnen oder auch die Krankensalbung“. Zum Inhalt der Lobpreisgottesdienste sagte er, im Mittelpunkt stehe das Lob und der Dank gegenüber Gott. „Es gibt einen Zeugnisteil, in dem wir erzählen, was wir mit Gott erlebt haben, wodurch wir uns gegenseitig ermutigen. Während des Abendmahls gibt es die Gelegenheit, sich segnen zu lassen.“ Rund 1.500 Haupt- und Ehrenamtliche in der Nordkirche sind laut Weise mit der GGE verbunden.