11. Januar 2018

Kandel

Verbrechen von Flüchtlingen nicht mit ausländischer Kultur entschuldigen

In einem Trauergottesdienst wurde der ermordeten 15-jährigen Schülerin Mia gedacht. Foto: picture-alliance/Uli Deck/dpa
In einem Trauergottesdienst wurde der ermordeten 15-jährigen Schülerin Mia gedacht. Foto: picture-alliance/Uli Deck/dpa

Kandel (idea) – Verbrechen von Flüchtlingen dürfen nicht damit entschuldigt werden, dass sie „aus einem anderen Land kommen und eine andere Kultur haben“. Das sagte der Pfarrer der Protestantischen Kirchengemeinde Kandel (Rheinland-Pfalz), Arne Dembek, in einem Trauergottesdienst für die 15-jährige Schülerin Mia am 10. Januar in Kandel. Sie war am 27. Dezember 2017 von ihrem Ex-Freund Abdul D. erstochen worden. Als Motiv vermutet die Polizei Eifersucht. Abdul D. stammt aus Afghanistan und war im April 2016 als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen. In seiner Trauerpredigt sagte Dembek, wer ausländische Herkunft oder kulturelle Prägung als Entschuldigung für ein Verbrechen gelten lasse, habe „nichts verstanden“. Der Täter müsse „um Gottes und um der Menschen willen“ eine gerechte Strafe erhalten. Umgekehrt dürfe man aber auch nicht ganze Gruppen von Menschen pauschal verurteilen nach dem Motto „Alle, die da herkommen, sind Verbrecher“. Wer so argumentiere, mache es „auch dem Täter zu leicht, denn auch der kann sich hinter diesen Vorurteilen verstecken, kann seine eigene Schuld abschieben“.