15. November 2017

Saudi-Arabien

König Salman empfängt Kirchenoberhaupt

Der saudi-arabische König Salman hat am 14. November in der Hauptstadt Riad das Oberhaupt der maronitischen Kirche im Libanon, Patriarch Bechara Boutros Rai, empfangen. Foto: SPA (Saudi Press Agency)
Der saudi-arabische König Salman hat am 14. November in der Hauptstadt Riad das Oberhaupt der maronitischen Kirche im Libanon, Patriarch Bechara Boutros Rai, empfangen. Foto: SPA (Saudi Press Agency)

Riad (idea) – Der saudi-arabische König Salman hat am 14. November in der Hauptstadt Riad das Oberhaupt der maronitischen Kirche im Libanon, Patriarch Bechara Boutros Rai, empfangen. Das meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA (Beirut). Es ist seit 1975 der erste Besuch eines Kirchenleiters im saudischen Königreich. Laut der dortigen Nachrichtenagentur „Saudi Press Agency“ ging es in den Gesprächen zwischen Rai und Salman um religiöse Toleranz und den Kampf gegen den Terrorismus. Beim Treffen mit dem Monarchen durften der Patriarch – seine rund eine Million Mitglieder zählende Kirche ist mit der römisch-katholischen verbunden – und seine Begleiter ihre Brustkreuze offen tragen. In Saudi-Arabien – einem Land, das sich als Hüter der islamischen heiligen Stätten wie Mekka und Medina versteht – ist die Ausübung anderer Religionen untersagt. Selbst der Besitz einer Bibel oder das Tragen von Kreuzen ist verboten. In der Einladung des Kirchenoberhaupts sehen Beobachter sowohl einen Versuch Saudi-Arabiens, politische Verbindungen gegen den Iran zu knüpfen, als auch einen weiteren Schritt, das Land für Reformen und einen moderaten Islam zu öffnen. Rai hatte bereits im Oktober in Salt Lake City (US-Bundesstaat Utah) alle Religionen im Nahen Osten zur Einheit gegen den Terrorismus aufgerufen. Er sieht sein Land als Brücke zwischen der arabischen Welt und dem Westen.

Patriarch trifft zurückgetretenen libanesischen Ministerpräsidenten Hariri

Der Patriarch nahm bei seinem zweitägigen Besuch in Riad auch die Möglichkeit wahr, mit dem kürzlich zurückgetretenen libanesischen Ministerpräsidenten, dem Sunniten Saad Hariri, zu sprechen. Dessen Rücktritt hatte Besorgnis bei den Christen im Libanon ausgelöst, dass die politische Stabilität verlorengehen könnte. Im Libanon ist traditionell der Präsident ein Christ, der Ministerpräsident ein Sunnit und der Parlamentspräsident ein Schiit. Nach dem Treffen sagte Rai laut der Nachrichtenagentur NNA, Hariri werde schnellstmöglich in seine Heimat zurückkehren. Er sei bereit, seinen Rücktritt zu überdenken und dem Volk weiter zu dienen.