20. November 2017

Nach Streichung des EKD-Zuschusses

Sächsische Landeskirche unterstützt idea mit 15.000 Euro

In der ersten Lesung des Haushalts hatte der Synodale Andreas Hartenstein den Zuschuss eingebracht. Foto: Privat
In der ersten Lesung des Haushalts hatte der Synodale Andreas Hartenstein den Zuschuss eingebracht. Foto: Privat

Dresden (idea) – Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens wird die Arbeit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) im nächsten Jahr einmalig mit 15.000 Euro unterstützen. Das geht aus dem Haushalt 2018 hervor, den die Synode am 20. November in zweiter Lesung einstimmig verabschiedete. In der Abstimmung über den entsprechenden Einzelplan, der den idea-Zuschuss regelt, gab es fünf Gegenstimmen. Die Synode hat insgesamt 80 Mitglieder. In der ersten Lesung des Haushalts am 18. November hatte der Synodale Andreas Hartenstein (Burgstädt) den Zuschuss per Abänderungsantrag eingebracht. Hintergrund ist die Entscheidung der EKD, ihren Zuschuss für idea in den nächsten zwei Jahren von 132.000 Euro auf zunächst 90.000, dann 60.000 zu kürzen und ab 2020 vollständig zu streichen. Das EKD-Ratsmitglied Andreas Barner (Ingelheim bei Mainz) hatte die Streichung damit begründet, dass die EKD ihren Förderschwerpunkt im Bereich der evangelikalen Publizistik neu ausrichte. Hierfür würden die Zuwendungsmittel von idea abgeschmolzen und in einen Projektförderfonds für evangelikale Medienwerke investiert.

Hartenstein: Es geht darum, die „publizistische Vielfalt“ zu erhalten

Wie Hartenstein in seinem Antrag sagte, geht es darum, die „publizistische Vielfalt“ zu erhalten. Zudem habe das Wochenmagazin ideaSpektrum in Sachsen die zweitmeisten Abonnenten nach Württemberg und werde ab 2018 von dem sächsischen Pfarrer Matthias Pankau (Leipzig) geleitet. In der Aussprache begrüßte der Synodale Till Vosberg (Leipzig) die einmalige Unterstützung. Die Art und Weise, wie die EKD die Streichung ihres Zuschusses für idea kommuniziert habe, sei nicht gut gewesen, so der Rechtsanwalt. Der Synodale Pfarrer Peter Amberg (Leipzig) erklärte, mit der Zahlung werde ein Zeichen für Meinungsvielfalt gesetzt, „auch wenn ich nicht mit allem übereinstimme“. Der Leipziger Superintendent Martin Henker signalisierte ebenso seine Zustimmung, obwohl er häufig zornig werde, wenn er idea lese. „Ich bin ein entschiedener Gegner von dem, was in idea zu lesen ist – aber es steht uns gut an, die Meinungsvielfalt zu ermöglichen“, warb der Leipziger Synodale Leonhard Krause. Synodalpräsident Otto Guse (Falkenstein) hatte sich hingegen gegen die Förderung ausgesprochen. 15.000 Euro seien zu wenig, um das entstandene Loch zu stopfen: „Und für ein einfaches Zeichen ist es mir zu viel Geld.“