14. November 2017

EAK-Bundesvorsitzender

Liberale, Fromme und Bürgerliche sollten in der Kirche Heimat finden

Der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU und Parlamentarische Staatssekretär, Thomas Rachel (CDU). Foto: PR Fotografie Koehring
Der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU und Parlamentarische Staatssekretär, Thomas Rachel (CDU). Foto: PR Fotografie Koehring

Bonn (idea) – Zu den größten Herausforderungen der evangelischen Kirche gehört es, das gesamte Spektrum des Protestantismus in der Kirche zu beheimaten. Dazu zählen die progressiv-liberalen Gemeindemitglieder ebenso wie die frommen und bürgerlichen. Diese Ansicht vertrat der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU/CSU und Parlamentarische Staatssekretär, Thomas Rachel (CDU), bei einem EAK-Empfang auf der EKD-Synode am 13. November in Bonn. Ihm zufolge wachsen in der Gesellschaft Verunsicherung, Unzufriedenheit und Ängste. Spaltungen und Polarisierungen nähmen zu und seien ein Gradmesser für eine ungesunde Entwicklung im Land. Man dürfe diese nicht nur moralisch ächten, sondern müsse sich mit ihren Ursachen auseinandersetzen. Aufgabe sei es jetzt, die unterschiedlichen Positionen, Gruppen, Interessen und Schichten der Bevölkerung politisch neu zusammenzuführen. Es müsse gelten „Versöhnung statt Spaltung“. Die evangelische Kirche könne dabei mit dem Geist der Versöhnung mit gutem Beispiel vorangehen.

Rachel zum Reformationsjubiläum: Eine Erweckung war nicht zu erwarten

Rachel zog auch eine Bilanz des Reformationsjubiläums. Es sei nicht zu erwarten gewesen, dass es zu einer „Erweckungsbewegung“ kommen würde. Aber er wolle das Erreichte auch nicht kleinreden. Die Reformationsdekade weise eine beeindruckende Breitenwirkung vor. Sie habe eine neue Sensibilität für die Bedeutung des reformatorischen Erbes geschaffen. In einen „Schwanengesang“ über angeblich vertane Chancen wolle er nicht einstimmen.