11. Juni 2018

Schwäbisch Gmünd

Integrationskongress: Es gibt keine „Flüchtlingskrise“

Die Veranstaltung vom 10. bis 12. Juni steht unter dem Motto „Angekommen! Angenommen? Integration wagen – Chancen und Herausforderungen für Christen“. Foto: Mirjam Alber
Die Veranstaltung vom 10. bis 12. Juni steht unter dem Motto „Angekommen! Angenommen? Integration wagen – Chancen und Herausforderungen für Christen“. Foto: Mirjam Alber

Schwäbisch Gmünd (idea) – Im Zustrom von Asylbewerbern aus dem Nahen Osten und Afrika sieht der evangelische Theologieprofessor Stephen Beck von der Freien Theologischen Hochschule (FTH) in Gießen keine „Flüchtlingskrise“, sondern den Beginn einer geistlichen Erweckung. „Gott schickt aus allen Erdteilen Menschen nach Deutschland, um die hiesige Christenheit neu zu beleben“, sagte er während eines Integrationskongresses im Christlichen Gästezentrum Schönblick (Schwäbisch Gmünd). Die Veranstaltung vom 10. bis 12. Juni steht unter dem Motto „Angekommen! Angenommen? Integration wagen – Chancen und Herausforderungen für Christen“. Beck appellierte an die landes- und freikirchlichen Gemeinden, sich für Gottes Bewegung zu öffnen, Sie sollten „mono-multikulturell“ werden. Darunter versteht Beck, dass in den Gemeinden verschiedene Kulturen zusammentreffen, wobei die Einheimischen eine besondere Verantwortung für die Integration haben. Idealerweise sollten Gemeindemitglieder je zur Hälfte Deutsche und Fremde sein.

Ein „geistlicher Platzregen“ über Deutschland

Auch der „Gemeinde-Neudenker“ im Evangelischen Jugendwerk Württemberg, Reinhold Krebs (Stuttgart), beobachtet bei Flüchtlingen ein großes Interesse am christlichen Glauben. Über Deutschland gehe zur Zeit ein „geistlicher Platzregen“, von dem die hiesigen Gemeinden profitieren könnten. Bei vielen Muslimen gebe es eine große Bereitschaft, sich mit der Bibel auseinanderzusetzen und sich taufen zu lassen.

Jetzt ist ein langer Atem nötig

Nach Angaben des Kongressleiters, Kuno Kallnbach vom Christlichen Gästezentrum Schönblick (Schwäbisch Gmünd), soll die Veranstaltung Christen ermutigen, sich trotz zunehmenden Gegenwindes weiter für die Integration von Flüchtlingen einzusetzen. Nachdem die Euphorie der letzten Jahre weithin verflogen sei, komme es nun auf den langen Atem an. Ein wichtiges Instrument für die Integration von Geflüchteten sei, ihnen eine geistliche Heimat zu bieten. Die Islamwissenschaftlerin und Pädagogin Sara Faix (Sinsheim bei Heidelberg) äußerte die Überzeugung, dass Christen besonders gute Voraussetzungen für den Umgang mit Fremden hätten. Sie könnten sich darauf verlassen, dass Gott ihnen Kraft, Geduld und Verständnis auch für komplizierte Situationen gebe. Sie müssten nicht warten, dass Flüchtlinge Vorleistungen erbringen oder Ratschläge beherzigen, sondern könnten selbst erste Schritte gehen.

44 Kooperationspartner

An dem Kongress nehmen rund 400 Personen teil. Veranstalter sind die Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), die Deutsche Evangelische Allianz und der Schönblick. Kooperationspartner sind 44 zumeist christliche Werke, darunter auch die Evangelische Nachrichtenagentur idea.