23. November 2017

Friedhelm Loh erhält Ehrenprofessur

Ein christlicher Unternehmer als „Glücksfall für Deutschland“

v.l.: Debora Loh, Friedhelm Loh und der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein. Foto: Loh Group
v.l.: Debora Loh, Friedhelm Loh und der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein. Foto: Loh Group

Herborn (idea) – Als „Glücksfall für Hessen und Deutschland“ hat der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein (CDU, Wiesbaden), den Unternehmer Friedhelm Loh (Haiger/Mittelhessen) bezeichnet. Loh habe aus der Firma seines Vaters ab 1974 ein global agierendes Unternehmen geschaffen, das zum Markt- und Technologieführer geworden sei. Aufgrund seiner herausragenden Verdienste verleihe ihm deshalb das Land Hessen die Ehrenprofessur. Eine solche Auszeichnung müsse vom ganzen Kabinett gebilligt werden und werde nur sehr selten vergeben. In Hessen regiert unter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) eine schwarz-grüne Koalition. Beim Festakt zur Verleihung am 23. November in Herborn hob der Minister hervor, Loh praktiziere auf der Grundlage eines christlichen Menschenbildes eine Führungskultur in seinen weltweit 80 Tochtergesellschaften, die von Respekt und Würde geprägt sei. Sein Erfolg hänge auch mit seinem Lebensmotto zusammen „Bete und arbeite“.

Prof. Bullinger: Loh schuf Werte, wo zuvor keine waren

In seiner Laudatio nannte der Politikberater im Bereich Wissenschaft, Prof. Hans-Jörg Bullinger (Stuttgart), Loh einen der fähigsten Manager, die er in seiner langjährigen Tätigkeit als Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft kennengelernt habe. Er habe auf vielfache Weise Werte geschaffen, wo zuvor keine gewesen seien. Insbesondere habe er dem dualen Ausbildungssystem zum Erfolg verholfen. Als eines der ersten deutschen Unternehmen habe er schon 2015 Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Flüchtlinge geschaffen. Sein Markenzeichen sei der christliche Glaube. Der Rektor der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, Prof. Stephan Holthaus, dankte Loh für die Förderung von vier evangelischen Hochschulen in Hessen. Sie hatten sich auch für die Verleihung eingesetzt.

„In der Bibel steht nichts vom Ruhestand“

Wie Loh zum Abschluss des Festaktes sagte, hat er besonders aus Fehleinschätzungen viel gelernt. Ein erfülltes Leben werde nicht am Geldbeutel gemessen. Bei Gott würden andere Maßstäbe gelten. So vergebe Gott, wenn ein Mensch scheitere. Im Blick auf die Zukunft meinte er: „In der Bibel steht nichts vom Ruhestand.“ So lange ihm Gott die Kraft gebe, mache er weiter, um die Gaben, die ihm Gott gegeben habe, weiter einzusetzen. Aus Dank für die Verleihung stockte Loh das Kapital der gemeinnützigen Rittal Foundation von fünf auf 20 Millionen auf. Aus ihr werden vor allem soziale Projekte gefördert. Als Anerkennung für seine unternehmerische Leistung und sein soziales Engagement erhielt Loh 2016 die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Chemnitz. Von 2006 bis 2014 war er Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektroindustrie. Seitdem ist er Ehrenpräsident auf Lebenszeit. Die Friedhelm-Loh-Gruppe beschäftigt rund 11.500 Mitarbeiter und erzielte 2016 einen Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro. Der 71-jährige Unternehmer ist Mitglied einer Freien evangelischen Gemeinde und engagiert sich unter anderem im Vorstand des Bibellesebundes und als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Christliche Medien (SCM), einer Gruppe evangelikaler Verlage.