20. März 2017

Downsyndrom

Neun von zehn Müttern treiben ab

Die Aktion läuft unter dem Motto „socksbattle4ds“ (Sockenschlacht für das Downsyndrom). Foto: Facebook/SocksBattle4DS
Die Aktion läuft unter dem Motto „socksbattle4ds“ (Sockenschlacht für das Downsyndrom). Foto: Facebook/SocksBattle4DS

Augsburg (idea) – Mit einer ungewöhnlichen Aktion machen Lebensrechtler im Internet auf den Welt-Downsyndrom-Tag am 21. März aufmerksam: Sie tragen zwei verschiedene Socken, um so zu verdeutlichen, dass auch Kinder mit dem Downsyndrom (Trisomie 21) ein Lebensrecht haben. Sie seien genauso Kinder, wie Socken in unterschiedlichen Farben Strümpfe seien. In Filmen auf der Videoplattform YouTube und im sozialen Netzwerk Facebook fordern sie zugleich jeweils drei weitere Personen dazu auf, es ihnen gleichzutun und ein entsprechendes Video ins Internet zu stellen. Die Aktion läuft unter dem Motto „socksbattle4ds“ (Sockenschlacht für das Downsyndrom). In Deutschland leben nach Angaben von Kinderärzten zwischen 30.000 und 50.000 Betroffene.

Downsyndrom-Kinder entwickeln sich langsamer

Der Welt-Downsyndrom-Tag findet seit 2006 jedes Jahr am 21. März statt. Das Datum steht dabei für das dreifache Vorhandensein des 21. Chromosoms. Statistisch gesehen kommt bei etwa 600 bis 700 Geburten ein Baby mit Downsyndrom zur Welt. Doch in Deutschland werden nach Schätzungen von Fachleuten neun von zehn Kindern mit dieser Störung abgetrieben. Wie sehr das zusätzliche Chromosom die Betroffenen körperlich einschränkt, kann sehr unterschiedlich sein. Während manche mit etwas Hilfe im Alltag fast selbstständig leben, sind einige geistig behindert. Sie entwickeln sich langsamer und sind häufig kleiner als ihre Altersgenossen. Hinzu kommen ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen an Herz und Darm, ein geschwächtes Immunsystem, Leukämie und Hör- sowie Sehschwierigkeiten. Andererseits sind die allermeisten Kinder bekannt dafür, dass sie stets freundlich sind.

ALfA: Schwangerschaftstests müssen Heilung verfolgen

Unterdessen hat die Bundesvorsitzende der „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA), Alexandra Linder (Finnentrop), die Ansicht vertreten, dass der Welt-Downsyndrom-Tag schon bald überflüssig sein könne, weil es keine Betroffenen aufgrund ihrer Tötung im Mutterleib mehr gebe. Schwangerschaftstests vor der Geburt sollten laut Linder nur noch zugelassen sein, wenn sie eine Behandlung oder Heilung der Mütter oder der Kinder vor der Geburt zum Ziel hätten: „Vorgeburtliche Untersuchungen, die lediglich dazu führen, dass Kinder getötet werden, sind unmenschlich und sinnlos.“ ALfA mit Sitz in Augsburg hat mehr als 11.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (Berlin).