26. Oktober 2017

Christliche Hilfsorganisation

Myanmar: Situation der Rohingya ist dramatisch

Mitarbeiter der christlichen Hilfsorganisation Medair wollen den ankommenden Flüchtlingen in Bangladesch helfen. Foto: Medair/Nath Fauveau
Mitarbeiter der christlichen Hilfsorganisation Medair wollen den ankommenden Flüchtlingen in Bangladesch helfen. Foto: Medair/Nath Fauveau

Dortmund (idea) – In Myanmar – dem früheren Birma – ist die Situation der muslimischen Minderheit der Rohingya dramatisch. Das berichtet die Geschäftsführerin des deutschen Zweigs der christlichen Hilfsorganisation Medair, Romy Schneider (Köln), auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Das Militär in dem buddhistisch geprägten Land geht seit einem Aufstand von Rohingya-Extremisten im August gewaltsam gegen die muslimische Minderheit vor. Die Vereinten Nationen werfen der Armee „ethnische Säuberungen“ vor. Fast eine Million Menschen sind mittlerweile ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Etwa 60 Prozent von ihnen sind nach Schätzungen des Kinderhilfswerks Unicef noch minderjährig. In Bangladesch habe der massive Flüchtlingsstrom einen humanitären Notfall ausgelöst, sagte Schneider: „Die Lager sind überfüllt, und die Menschen leben unter menschenunwürdigen Bedingungen.“ Die meisten hausten am Straßenrand oder an verdreckten Flüssen. Die hygienischen Bedingungen seien teilweise lebensbedrohlich. Fäkalien lägen auf dem Boden. Deswegen drohten Choleraausbrüche: „Besonders sorgen wir uns um Säuglinge und Kleinkinder, schwangere Frauen und ältere Menschen.“ Schätzungen zufolge kämen noch immer mehr als 1.000 Flüchtlinge pro Tag in Bangladesch an.

Hilfe für Muslime ist selbstverständlich

Dass eine christliche Organisation den muslimischen Rohingya in ihrer „schier überwältigenden“ Not helfe, sei selbstverständlich: „Als Christen können wir Mitgefühl und Solidarität in der tatkräftigen Nächstenliebe zeigen.“ Ein biblisches Vorbild für Nothilfe in Krisen sei der Barmherzige Samariter, der ebenfalls ohne Ansehen der Person schnell geholfen habe. Medair ist Schneider zufolge zunächst mit sechs international erfahrenen Nothelfern, darunter Mediziner und Logistiker, vor Ort. In der Region Cox‘s Bazar im Südwesten des Landes kümmere man sich gemeinsam mit der christlichen Partnerorganisation „World Concern“ um Material für Notunterkünfte und Hygieneartikel. Die Mitarbeiter vor Ort benötigten zudem Gebet. Schneider: „In einer solchen Notlage ringen selbst erfahrene Helfer mit den Bildern von menschlichem Leid.“ Von den 53,9 Millionen Einwohnern Myanmars sind 89 Prozent Buddhisten, fünf Prozent Christen und vier Prozent Muslime.