03. Februar 2018

Evangelische Allianz

„Christenverfolgung ist auch in Deutschland eine bittere Wirklichkeit“

Der Politikbeauftragte der Evangelischen Allianz in Berlin, Uwe Heimowski. Foto: Jonathan Steinert
Der Politikbeauftragte der Evangelischen Allianz in Berlin, Uwe Heimowski. Foto: Jonathan Steinert

Berlin (idea) – Die Deutsche Evangelische Allianz hat sich besorgt über die Übergriffe auf Christen in Deutschland geäußert. Zum Hintergrund: Das Bundeskriminalamt (BKA/Wiesbaden) hat im vergangenen Jahr fast 100 gewaltsame Attacken auf Christen und kirchliche Einrichtungen erfasst. Darunter seien ein mutmaßlicher Mord, neun Körperverletzungen und eine Brandstiftung, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Essen) unter Berufung auf Erkenntnisse des BKA. In rund einem Viertel der Fälle wurden den Angaben zufolge Kirchen oder christliche Symbole attackiert. Zu mindestens 14 „christenfeindlichen Straftaten“ sei es unter Asylbewerbern und Flüchtlingen gekommen. Der Politikbeauftragte der Evangelischen Allianz in Berlin, Uwe Heimowski, sagte dazu: „Die Fakten liegen vor und es lässt sich nicht mehr unter den Teppich kehren: Christenverfolgung ist auch in Deutschland eine bittere Wirklichkeit.“

Nur die Spitze des Eisbergs

Die Zahlen seien deutlich, zeigten aber auch nur die Spitze des Eisbergs: „Viele Opfer werden eingeschüchtert und die Straftaten kommen gar nicht erst zur Anzeige.“ Heimowski warnte zugleich davor, vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Es gehe darum, Christen zu schützen, nicht Vorurteile gegen „vermeintliche Tätergruppen“ zu schüren. Er plädierte erneut dafür, einen Beauftragten für Religionsfreiheit in der nächsten Bundesregierung einzusetzen. Der in der Statistik erwähnte Mordfall ereignete sich in Prien am Chiemsee. Dort hatte ein afghanischer Asylbewerber eine 38-jährige Landsfrau erstochen. Sie war 2009 vom Islam zum Christentum übergetreten. Ihr ältester Sohn und ihre Schwester sind überzeugt, dass das Opfer wegen der Konversion getötet wurde. Der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter hat am 23. Januar vor dem Landgericht Traunstein begonnen.