31. Dezember 2017

Früherer SOS-Kinderdorf-Präsident

Beim Bekennen des Glaubens sind Christen „schwer im Rückstand“

Der frühere Präsident des Hilfswerks „SOS-Kinderdorf-International“, Helmut Kutin. Foto: picture-alliance/dpa
Der frühere Präsident des Hilfswerks „SOS-Kinderdorf-International“, Helmut Kutin. Foto: picture-alliance/dpa

Wien (idea) – Europäische Christen sind beim Bezeugen ihres Glaubens gegenüber Muslimen „schwer im Rückstand“. Diese Ansicht vertritt der frühere Präsident des Hilfswerks „SOS-Kinderdorf-International“, Helmut Kutin, in einem am 30. Dezember veröffentlichten Interview der österreichischen Tageszeitung „Kurier“ (Wien). „Ich meine nicht die Extremisten, aber gemäßigte Muslime sind uns weit voraus, weil sie sich bekennen“, so Kutin. Er beklagte ferner eine Verdrängung der Religion ins Private. Dann sei Platz für Ersatzgötter: „Deswegen ist das Kaufhaus heute wichtiger als die Kirche.“ Kutin hat nach eigenen Worten oft erlebt, „wie wichtig Glaube ist, vor allem für die innere Stärke“. Er kritisierte außerdem einen weit verbreiteten Negativismus. Schon vor zehn Jahren hätten viele gejammert, dass man den Gürtel enger schnallen müsse. Und heute werde in den Einkaufsstraßen „geshoppt“ wie immer. Trotzdem jammerten noch immer alle. Kutin: „Ich hasse Negativismus, in der Welt und in Österreich. Es geht uns gut.“ Der 76-Jährige war ein enger Vertrauter des SOS-Kinderdorf-Gründers Hermann Gmeiner (1919–1986), einem bekennenden Katholiken. Kutin leitete das Hilfswerk, das in 134 Ländern tätig ist, von 1985 bis 2012.