17. Februar 2017

Befreiung von Mossul

Eine Rückkehr der Christen ist verfrüht

Trotz der Zerstörung vieler Gebäude kehren einige Christen in die Ninive-Ebene zurück. Foto: picture-alliance/NurPhoto
Trotz der Zerstörung vieler Gebäude kehren einige Christen in die Ninive-Ebene zurück. Foto: picture-alliance/NurPhoto

Mossul (idea) – Gut zweieinhalb Jahre hatte die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) die irakische Stadt Mossul (Ninive-Ebene) beherrscht. Seit Ende Januar ist der Ostteil der Stadt wieder unter Kontrolle der Regierungstruppen. Westlich des Flusses Tigris hält der IS bislang aber weiter die Stellung. Trotzdem sind die ersten christlichen Familien in ihre früheren Häuser zurückgekehrt. Aber der ehemalige Diözesanreferent für Auslandshilfe und Öffentlichkeitsarbeit bei der Caritas im Ruhrbistum Essen, Rudi Löffelsend, warnt: Für eine Rückkehr sei es noch zu früh, da es weiter eine Bedrohung durch den IS gebe. Wie er dem „domradio.de“ (Köln) sagte, verfügt der IS über ein gut ausgebautes Tunnelsystem, über das die Kämpfer auch den Osten der Stadt erreichen könnten. Zudem arbeite der IS mit Drohnen. Das sei „brandgefährlich“ und habe schon zu Opfern unter den irakischen Soldaten geführt. Außerdem gebe es derzeit noch keine regelmäßige Strom- und Wasserversorgung.

Muslime säubern Kirche in Mossul

Währenddessen berichtet der vatikanische Pressedienst Fides, dass rund 30 junge Helfer eines mehrheitlich muslimisch geprägten Freiwilligendienstes eine Kirche im Stadtviertel Drakziliya im Osten Mossuls gesäubert haben. Die Kirche war vom IS als Basislager benutzt worden. Die Freiwilligen reinigten den Boden, entfernten IS-Schriftzüge von den Wänden und entsorgten den Abfall, den die IS-Kämpfer hinterlassen hatten. Seit dem Beginn der IS-Gräueltaten wurden Hunderte Kirchen im Irak und Syrien zerstört. Lebten 2003 im Irak noch 1,5 Millionen Christen, so sind es gegenwärtig schätzungsweise noch rund 200.000.