25. November 2017

Ägypten

Bedford-Strohm verurteilt Anschlag auf Moschee

Verletzte werden nach dem Angriff auf eine Moschee in Bir al-Abd auf der nördlichen Sinai-Halbinsel in Ägypten evakuiert. Foto: picture-alliance/AP Photo
Verletzte werden nach dem Angriff auf eine Moschee in Bir al-Abd auf der nördlichen Sinai-Halbinsel in Ägypten evakuiert. Foto: picture-alliance/AP Photo

Kairo/München (idea) – Nach dem Anschlag auf eine Moschee auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel hat der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm (München) den Opfern und deren Angehörigen sein Mitgefühl ausgesprochen. Am 24. November hatten bewaffnete Extremisten eine Moschee im Dorf Bir al-Abed im Norden der ägyptischen Halbinsel mit Bomben und Schnellfeuergewehren angegriffen und mindestens 235 Menschen getötet. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt. Medienberichten zufolge ist eine Verantwortung der islamistischen Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) aber nicht auszuschließen. Denn bei der Moschee handelte es sich um eine sufistische Moschee. Der Sufismus ist eine mystische Richtung des sunnitischen Islams. Mitglieder der IS halten Sufis für Ungläubige. Der Anschlag erschüttere ihn sehr, erklärte Bedford-Strohm. Erst vor wenigen Tagen – am 17. und 18. November – sei er selbst in dem nordafrikanischen Land gewesen, um mit Christen und Muslimen über Wege zu Toleranz und friedlichem Zusammenleben zu sprechen: „Nun hat ein neuer Anschlag so viele Menschen getötet und bei ihren Familien unermessliches Leid angerichtet. Diesmal hat es Muslime getroffen.“

„Die Religionen müssen jetzt zusammenstehen“

Bei der Attacke handele es sich auch auf einen Angriff auf den Zusammenhalt der ägyptischen Bevölkerung und eine friedliche Entwicklung des Landes: „Die Religionen müssen jetzt zusammenstehen und alles in ihrer Macht Stehende tun, um dem Hass von fanatischen Fundamentalisten den festen Willen zum Frieden entgegenzusetzen.“ Auf der Sinai-Halbinsel kommt es immer wieder zu terroristischen Angriffen eines Ablegers des IS. Bislang waren vor allem Sicherheitskräfte und Christen das Ziel der Islamisten. In Ägypten bilden die schätzungsweise bis zu zehn Millionen orthodoxen Kopten die größte Kirche. Hinzu kommen etwa 300.000 Mitglieder der koptisch-evangelischen Kirche, 200.000 Katholiken, mehr als 100.000 Mitglieder von Pfingstgemeinden, Brüdergemeinden und anglikanischen Gemeinden sowie 40.000 Griechisch-Orthodoxe. Rund 90 Prozent der 92 Millionen Einwohner Ägyptens sind Muslime. Die koptisch-orthodoxe Kirche führt ihren Ursprung auf den Evangelisten Markus zurück. Der Autor des ältesten der vier Evangelien soll im 1. Jahrhundert nach Christus in Ägypten gewirkt haben und in Alexandria den Märtyrertod gestorben sein.